Rathaus in Kaiserslautern

Das Rathaus in Kaiserslautern ist 84 Meter hoch und wurde 1963-1968 nach den Plänen des Architekten Roland Ostertag gebaut. Es ist eine Kombination aus Beton und Glas und galt zu seiner Erbauung als höchstes Rathaus Deutschlands. Das Rathaus stellt somit auch eine städtebauliche Dominante in Kaiserslautern dar.

Geschichte

Das Rathaus in Kaiserslautern wurde 1963-1968 nach dem Entwurf von dem Architekten Roland Ostertag (1931-2018) gebaut. Es wurde auf dem Schlosshügel erbaut, an welcher Stelle Kaiser Friedrich Barbarossa (1122-1190) im 12. Jahrhundert die Burganlage Kaiserpfalz hat bauen lassen. Im Jahr 1570 wählte der Pfalzgraf Johann Casimir (1543-1592) dann die kaiserliche Burg zu seinem Wohnsitz. Er ließ daraufhin, von 1570 bis 1580, auf dem östlichen Burgareal ein repräsentatives Renaissanceschloss neu errichten. Von diesem Schloss ist heute nur noch das Kellergeschoss des Pfalzgrafensaals vorhanden.

Im 18. Jahrhundert wurde das Schloss von Französischen Truppen beschädigt und im Jahr 1813 wurden die Ruinen der Burg durch die französische Verwaltung versteigert. Durch mehrere Abrissarbeiten und den Einzug einer Brauerei im Jahr 1842 wurden die Gebäude der ehemaligen Schloss- und Burganlage stark verändert. Somit verlor die Stadt Kaiserslautern ihr Schloss und städtebauliche Dominate. Die übrig gebliebenen Mauerreste der ehemaligen Kaiserpfalz und des Casimirschlosses befinden sich heute südlich des Rathauses.

Im Jahr 1959 wurde dann ein bundesoffener Wettbewerb für den Bau eines Rathauses ausgelobt, nachdem die Verwaltung auf 19 verschiedenen Dienststellen in der Stadt verteilt war. Das von der Stadt 1809 erworbene Stadthaus in der Steinstraße konnte aus Platzmangel nur noch repräsentative Zwecke erfüllen. Aus dem ausgeschriebenen Wettbewerb, mit 104 eingereichten Arbeiten, ging der ausgeführte Entwurf des Rathauses von Roland Ostertag, als zweiter Platz hervor. Man entschied sich für diesen Entwurf, weil sich auch das Bild der Innenstadt entscheidend wandeln sollte und weitere hochgestreckte Bauten an das Rathaus anschließen sollten, um eine hochgewachsene Stadt entstehen zu lassen. Der städtebauliche Entwurf sah außerdem vor, dass das Rathaus mit Gebäuden für Volkshochschule und Stadtbücherei im Süden, drei Ladenzeilen im Nordosten sowie Büro- und Konzertgebäuden und weiteren Läden im Südosten ergänzt werden und in die Stadt eingebunden werden sollte. Der Architekt schrieb im Jahr 1968 dazu, dass das Rathaus nicht isoliert stehen sollte, sondern es sollte „im Schnittpunkt der Kraftlinien städtischen Lebens stehen“. Jedoch wurde nur das Rathaus als einzelnes Gebäude errichtet.

Mit einem ähnlichen Entwurf gewann der Architekt Roland Ostertag im Jahr 1961 auch den Wettbewerb zum Rathausbau in Mannheim. Auch bei diesem handelt es sich um eine Kombination aus Hochhaus und Flachbauten. Bei diesem wurden aber, wegen Finanzierungsschwierigkeiten, nur die Fundamente fertiggestellt.

Das fertiggestellte Rathaus war zu dieser Zeit mit der höchste Stahlbetonbau in Deutschlands und das höchste Rathaus Europas. Auch heute ist das Rathaus noch von Weitem aus sichtbar und überragt als städtebauliche Dominate alle anderen Bauten in der Innenstadt.

Objektbeschreibung

Das Rathaus in Kaiserslautern wurde von dem Architekten Roland Ostertag erbaut und ist 84 Meter hoch und eine Kombination aus Hochhaus und Flachbauten in Stahlbetonskelettbauweise. Das Gebäude besteht aus Schichten aus Beton und Glas. Es besitzt 24 oberirdische Stockwerke und 3241 Treppenstufen. Im 22. Stock befindet sich eine Dachterrasse und im 21. Stockwerk befindet sich ein Restaurant mit einem Ausblick auf die gesamte Stadt. Die obersten Stockwerke werden nur für Lagerzwecke und Betriebstechnik genutzt. Vier Aufzüge im Gebäude erschließen alle Stockwerke.

Das Gebäude kann von mehreren Seiten und, auf Grund der topographischen Gegebenheiten, auf unterschiedlichen Höhen betreten werden. Die Verwaltung ist vertikal über 20 Stockwerke hierarchisch gegliedert und die Ämter sind in Einzelbüros um einen tragenden Erschließungskern aus Beton angeordnet. Die streng gerasterte Fassade des Turms wird ab dem dritten Obergeschosses von einem Sammelträger auf Stützen abgefangen. Dadurch werden durch das Einrücken Sockelgeschosse gebildet, die den Turm vom Unterbau abheben.

Auch der vorgelagerte und zugehörige Platz ist Teil der baulichen Gesamtanlage. Die historische Erbschaft der Stadtmitte, die Reste der Kaiserpfalz Barbarossas, hat man geschickt in das Gelände eingebunden und das Sandsteinmauerwerke der Vergangenheit ist durch moderne Betonterrassen, Betonbändern und Betonbänken in das Forum der Anlage einbezogen.

Das Rathaus von Kaiserslautern ist ein eingetragenes Kulturdenkmal im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler der Generaldirektion Kulturelles Erbe.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Das Rathaus liegt in der Innenstadt von Kaiserslautern und gegenüber des Pfalztheaters und unweit des Japanischen Gartens entfernt. Parkplätze sind direkt am Rathaus vorhanden. Das Rathaus ist barrierefrei zugänglich.

Literaturverzeichnis

  • Schneider Elisabeth und Kurt (o.J.). Unser Rathaus im Detail, Kaiserslautern Kaiserslautern.
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe (2020). Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreisfreie Stadt Kaiserslautern Mainz.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 26“ 47′ N, 7° 46“ 2′ O

Datierung:
1963-1968

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