Exerzierplatz in Pirmasens

Im 18. Jahrhundert, zu Zeiten von Landgrafen Ludwig IX., diente der damals sehr viel größere Platz zum Exerzieren der landgräflichen Soldaten. Die Nationalsozialisten nutzen den Platz im Zweiten Weltkrieg für ihre Machtdemonstrationen. Nach dem Krieg diente der Exerzierplatz als Markt- und Parkplatz, bis er in den 1990er- Jahren von dem Architekten Paolo Portoghesi umgestaltet wurde. Heute finden hier Wochenmärkte, Stadtfeste und verschiedene kulturelle Veranstaltungen statt. An den Exerzierplatz grenzt heute das Neue Rathaus an.

Geschichte

Heute steht am oberen Eingang zum Exerzierplatz eine Bronzefigur des Stadtgründers Landgraf Ludwig IX.  von Hessen-Darmstadt. Dieser wurde am 15. Dezember 1719 in Darmstadt geboren und interessierte sich im Laufe seines Lebens immer mehr für das Militär. Im Jahr 1741 kam der Landgraf mit einer Kompanie Grenadiere nach Pirmasens und entwickelte das kleine Dorf zu einer Residenzstadt. Im Jahr 1763 erhielt Pirmasens die Stadtrechte. Auch der Exerzierplatz wurde zu dieser Zeit angelegt und verdankt seinem Namen seiner Vergangenheit als Truppenübungsplatz der landgräflichen Soldaten, auch Grenadiere genannt. Diese exerzierten täglich auf dem Platz, der früher dreimal so groß wie heute war und ursprünglich noch zwei weitere Straßenzüge umfasste.

Nach dem Tod des Landgrafen wurde der Platz baulich verändert, man verkleinerte den Platz um die nördliche und südliche Ringstraße und errichtete dort Häuser, um Bauplatz für die zunehmende Bevölkerung zu schaffen. Auf der Restfläche entstand eine Parkanlage mit Brunnen in der Mitte sowie Kastanienbäumen an drei Seiten des Platzes. Die Westseite wurde durch das ehemalige Schulhaus begrenzt, der Sitz der heutigen Stadtverwaltung. Zahlreiche Lieder wurden um die „Käschdebäum“ geschrieben, wie „Wo am Exerzierplatz stehn die Käschdebäm, do is meine Heimat, do bin ich dehäm.“. Die Bevölkerung ging zudem gerne sonntags auf dem Platz unter den Kastanien flanieren.

In den 1930er-Jahren erkannten die Nationalsozialisten, dass sich der Platz für Machtdemonstrationen eignet und der Platz wurde wieder Parade- und Aufmarschplatz. Der Störfaktor des Platzes, das 1912 errichtete Bismarckdenkmal, wurde samt Brunnenschale auf den städtischen Bauhof verlegt, bis es nach dem Krieg auf dem Alten Friedhof und schließlich 1984 in der Fußgängerzone eine Bleibe fand.

Nach dem Krieg wurde der Platz dreimal in der Woche als Marktplatz genutzt sowie als großer Parkplatz. In den 1990er- Jahren wollte man den Platz jedoch wieder von den Autos befreien und es entstand unter dem Platz eine Tiefgarage mit rund 600 Plätzen. Heute wird der Platz für Wochenmärkte, Stadtfeste und verschiedene kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Objektbeschreibung

Der Exerzierplatz wurde im 18. Jahrhundert angelegt und diente lange Zeit als Parade- und Aufmarschplatz. Er war zudem dreimal so groß wie heute. Im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) wurden viele Häuser um den Exerzierplatz zerstört und der Wiederaufbau der Stadt zog sich bis Ende der 1950er Jahre. Es siedelten sich Banken, Cafés und Einkaufsmärkte um den Platz an. Weiterhin wurde der Platz für Veranstaltungen und später als Parkplatz genutzt. In den 1990er- Jahren forderte die Stadt Pirmasens in einem Architektenwettbewerb Ideen für eine neue Platzgestaltung. Der Platz wurde schließlich in zwei Jahren Bauzeit nach den Plänen des Architekten Paolo Portoghesi im Stil der Postmoderne neu angelegt. Die Platzoberfläche besteht heute aus Basalt und Granit und hat ein sternförmiges/blumenförmiges Muster. Die Mitte des Platzes wird durch eine zentrale Brunnenanlage beherrscht, unter dem Platz findet sich heute eine Tiefgarage. Der Brunnen steht direkt über der funktionalen Lichtöffnung der Tiefgarage, die Paolo Portoghesi somit gestalterisch in den Platz integriert hat. Ein Kolonnaden-Rundgang aus Beton schmückt den heutigen Platz zusätzlich und die 106 Säulen schirmen ihn zudem vom vorbeifahrenden Verkehr ab. Integriert in den Kolonnadengang sind Cafés und ein Kiosk. Außerdem gehören seit jeher die großen Kastanien zur Gestaltung des Platzes. Ein in Bronze gegossenes Standbild des jugendlichen Landgrafen steht am oberen Eingang des Platzes und rundet das Gesamtbild des heutigen Exerzierplatzes ab. Auch heute noch bietet der runde Exerzierplatz Platz für zahlreiche Veranstaltungen und Feste.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Der Exerzierplatz befindet sich in der Pirmasenser Innenstadt am Neuen Rathaus. Er liegt unweit von der ehemaligen Schuhfabrik Rheinberger und dem Strecktalpark entfernt. Eine Tiefgarage findet sich genau unter dem Platz und der Hauptbahnhof ist fußläufig in zehn Minuten erreichbar.

Jeden Dienstag sowie Donnerstag und Samstag findet der Pirmasenser Wochenmarkt von 06:00 Uhr – 13:00 Uhr auf dem Exerzierplatz statt (außer an Feiertagen).

Literaturverzeichnis

  • Wittmer, Heike und Luis (2019). Pirmasens Einst & Jetzt Pirmasens.
  • Stadt Pirmasens (o.J.). Historischer Stadtrundgang durch Pirmasens! Pirmasens.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Lage:
Koordinaten:

49° 12“ 10′ N, 7° 36“ 15′ O

Epoche:

Unbekannt

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
18. Jahrhundert

Kategorie:

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