Wartturm auf dem Wartberg im Schillerhain

Alternative Bezeichnungen: Warteturm auf dem Geißberg

Auf dem 360 Meter hohen Wartberg und etwa 700 Meter westlich von Kirchheimbolandens Stadtkern gelegen befindet sich der aus Bruchsteinen erbaute Wartturm. Er wurde im 15. Jahrhundert als Ergänzung zur Stadtbefestigung errichtet und steht in direkter Nachbarschaft zum Schneckentürmchen und dem Wasserturm im Schillerhain. Der Wartturm hat einen runden Grundriss, eine Höhe von 11,50 Meter und einen Durchmesser von 4,50 Meter.

Geschichte

Der Wartturm im Schillerhain ist ein spätmittelalterlicher Bruchsteinbau aus dem 15. Jahrhundert. Ursprünglich war er Teil eines mittelalterlichen Beobachtungs- und Frühwarnsystems bestehend aus mehreren Warttürmen in der Umgebung, welche besseren Schutz und eine bessere Verteidigung vor Feinden gewährleisteten. Ein Beispiel hierfür ist der nur wenige Kilometer entfernte und etwa zeitgleich erbaute Wartturm in Albisheim. Ende des 18. Jahrhunderts soll der Wartturm auch Teil der nicht sicher belegten optischen Telegrafenlinie zwischen Straßburg, Landau und Mainz gewesen sein.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts blieb der Schillerhain eine öde Anhöhe im Westen Kirchheimbolandens, auch Geißberg genannt, der hauptsächlich als Ziegenweide und zum Sandsteinabbau genutzt wurde.

Im Jahr 1859, anlässlich des 100. Geburtstags Friedrich Schillers plante die Stadt Kirchheimbolanden eine Gedenkfeier. Hierzu sollte langfristig eine Gedenkstätte eingerichtet werden. Dafür bot sich das brach liegende Plateau westlich der Stadt mit dem auf ihm gelegenen Wartturm an. Dieser Turm wurde schließlich in einen Aussichtsturm umgebaut, denn damals waren Aussichtstürme als Orte bürgerlicher Freizeitaktivitäten von wachsender Bedeutung. Der umgestaltete Wartturm sollte Mittelpunkt des Bürgerparks „Schillerhain“ werden, der 1859 an Kontur gewann.

Nach Abschluss der Umbaumaßnahmen wurde am 10. November 1859 dem 100. Geburtstag Schillers festlich mit einem Freudenfeuer und einem Festzug zum umgebauten Wartturm gedacht.

Baubeschreibung

Ursprünglich wies der Turm zwei hölzerne Stockwerke auf, die 1795 auf Grund von Schadhaftigkeit  abgerissen werden mussten. Zeitgleich wurden eine Zugangstür am Fuße des Turms sowie eine Holztreppe eingebaut.

Eine Pechnase (= Erker) über dem ehemaligen Leiteraufstieg an der Nordseite bezeugt den ehemaligen  wehrhaften Charakter des Wartturms. Am oberen Ende des Turms ist ein Rundbogenfries mit kräftigen Konsolen (= tragender Mauervorsprung) erkennbar, darüber eine vorkragende Krone mit sehr breit angelegten Zinnen.

Hinauf zur 10,50 Meter hoch gelegenen Aussichtsplattform gelangt man über eine Metallwendeltreppe mit 51 Stufen im Inneren des Turms. Von der Aussichtsplattform hat man einen guten Blick über Kirchheimbolanden, das Rheinhessische Hügelland und den Donnersberg.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Der Wartturm ist am besten vom Stadtzentrum Kirchheimbolandens zu erreichen. Eine Beschilderung weist von dort den Weg zum Schillerhain. Der Park sowie der Wartturm und das Schneckentürmchen sind das ganze Jahr über kostenlos und frei zugänglich. Parkmöglichkeiten sind in der näheren Umgebung des Schillerhains verfügbar.

Literaturverzeichnis

  • Lademann, W. (2011). Beste Aussichten Kaiserslautern.
  • Lehmann, G. (2005). Aussichtstürme im Pfälzer Wald. Lambrechter Heimathefte. Heft 3. Lambrecht.
  • Lang, W. (2002). Optische Telegraphen – Ein kollektiver Irrtum? Koblenz.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 39“ 42′ N, 8° 0“ 9′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
1450 - Heute

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