Bismarckturm auf dem Kirchberg bei Landstuhl

Alternative Bezeichnungen: Bismarcksäule, Bismarckdenkmal

Der 1900 erbaute Bismarckturm auf dem 370 Meter hohen Kirchberg liegt in der Gemeinde Landstuhl im Landkreis Kaiserslautern. Der Bismarckturm misst 19 Meter Höhe und liegt 500 Meter westlich der Stadtmitte von Landstuhl. Bei dem Turm handelt es sich um einen der 147 noch erhaltenen Bismarcktürme Deutschlands, die zu Ehren Otto von Bismarcks gebaut wurden. Von der Aussichtsplattform des Turms hat man einen guten Blick über Landstuhl, den Flugplatz Ramstein bis nach Kaiserslautern und zum Donnersberg.

Geschichte

Initiative und Planung

Nach Entlassung Otto von Bismarck (1815 – 1898), dem ersten Reichskanzler und Mitbegründer des Deutschen Reiches, aus dem Staatsdienst im Jahr 1890, setzte eine Verehrungswelle ein, die sich nach seinem Tod noch verstärkte. Sie führte dazu, dass im ganzen Land Straßen nach ihm benannt wurden und Gedenksäulen entstanden, die an das Wirken des großen Staatsmannes erinnern sollten.

Zum Andenken an den „Eisernen Kanzler“ wurde 1899 kurz nach seinem Tod auch eine Feuersäule auf dem Kirchberg errichtet.

Der Turm wurde auf Anregung und Kosten des saarländischen Großindustriellen Karl Ferdinand Freiherr von Stumm-Halberg (1836-1901) für 27000 Mark gebaut Auf Halbergs Anregung und Kosten wurde die Bismarcksäule auf der vordersten Kuppe des Kirchbergs erbaut, wo der Industrielle große Waldungen besaß. Den Bauentwurf für den Turm lieferte die deutsche Studentenschaft, die mit der „Götterdämmerung“ von dem Dresdner Architekten Wilhelm Kreis den ersten Preis eines Wettbewerbs gewann. Dieser Entwurf wurde in Deutschland insgesamt 47 Mal verwirklicht.

Bauphase

Den Grundstein für das vaterländische Monument legte man 1899. Die Bauleitung übernahm der Bezirksbaumeister Löhner aus Homburg/Saar. Die Ausführung der Bauarbeiten erfolgte durch die Firma Franz Schreiber aus Landstuhl.

Am 30. Juni 1900 wurde der Bismarckturm auf dem Kirchberg eingeweiht, allerdings konnte der Stifter Freiherr von Stumm-Halberg aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an der Einweihung teilnehmen. Er verstarb kurze Zeit später. Der Turm trug auch eine eiserne Schale, in der jeweils an den Geburts- und Todestagen des Fürsten Bismarck ein Gedenkfeuer brannte. Später wurde die Schale entfernt. Zu Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft von 2006 regte ein Landstuhler Bürger auf dem Turm eine bengalische Beleuchtung an, die als Gruß der Region an die Gäste aus aller Welt gedacht war.

Renovierung und Erhaltung

Nach dem Tod des Stifters im März 1901 ging die Säule in das Eigentum der Tochter des Stifters, Frau Helene von Heimburg und ihres Ehemannes, Rittmeister Freiherr von Heimburg, über. Die Unterhaltung der Säule erfolgte in den ersten Jahren durch die Freiherrliche von Stumm-Halbergsche Forstverwaltung. 1907 wurde der Bismarckturm an die Stadt Landstuhl übertragen.

Im Jahr 1979 wurde der Turm verschlossen und die Feuerschale entfernt. In den Jahren bis 1985 wurden kleinere Sanierungsarbeiten am Turm durchgeführt, beispielsweise die Erneuerung der Steinstufen am Unterbau. Der Bismarckturm steht unter Denkmalschutz (Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz – Kreis Kaiserslautern, S.15).

Baubeschreibung

Der Bismarckturm wurde aus heimischem Sandstein gebaut, der in der Nähe des Bauplatzes gebrochen wurde. Als Basis des 19 Meter hohen Aussichtsturmes dient ein quadratisches Podest auf drei Ebenen. Die Grundfläche des Böschungspodests beträgt 16,90 Meter x 16,90 Meter und ist nur an der Nord- und Ostseite sichtbar. Der Turmsockel hat eine Gesamthöhe von 2,20 Meter. Vier mächtige Ecksäulen auf dem Sockel tragen ein Kranzgesims, den kapitellartigen Abschluss für die ehemalige Feuerschale. In das Turminnere führen 10 mittig am Sockel angebrachte Stufen. Von dort aus gelangt man über eine steinerne Wendeltreppe mit 74 Stufen zu einer 2,80 Meter x 2,80 Meter großen Aussichtsplattform. Auf der Aussichtsplattform befand sich eine Feuerschale aus Gusseisen mit einem Durchmesser von 1,80 Meter, in der an Geburts- und Todestag Bismarcks ein Feuer brennen sollte. Von der Aussichtsplattform hat man einen herrlichen Rundblick über die Stadt und die Moorniederung bis nach Kaiserslautern, ebenso auf die Burg Nanstein und die Hochhäuser der Atzel. Das trutzige Monument auf dem Höhenzug am westlichen Stadtrand, das einst eine Epoche der deutschen Geschichte dokumentierte, stellt auch heute noch ein lohnendes Ausflugsziel dar.

Es bleibt ungeklärt, ob sich die Innentreppe von Anfang an in dem Turm befunden hat, aber für die Allgemeinheit nicht zugänglich war oder ob der Turm erst nachträglich mit einer Treppe versehen wurde.

Den Bismarckturm schmücken ein Reichsadlerrelief und das Wappen der Familie von Bismarck sowie eine nachträglich angebrachte bronzene Widmungstafel mit der Inschrift

„Dem Andenken

des grossen Reichskanzlers

errichtet von 

K.F. Freiherr von Stumm-Halberg

1900″

An der Rückseite des Turms ist ein weiteres Reichsadlerrelief mit Bismarckwappen angebracht.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

In Landstuhl den Hinweisschildern Richtung Bismarckturm folgen. Am Ende der Luitpoldstraße rechts in den Wald abbiegen und danach bergauf bis kurz vor dem US-Hospital wandern. Nach 500 Metern erreicht man einen Parkplatz. Von dort aus führt ein Fußweg zum Turm.

Die Bismarcksäule ist zu bestimmten Öffnungszeiten zugänglich.

(Karlheinz Schauder, 2006-2010)

    Literaturverzeichnis

    • Lademann, W. (2011). Beste Aussichten - Wanderwege zu den Aussichtstürmen in der Pfalz. Kaiserslautern.
    • Seele, S. (2005). Lexikon der Bismarckdenkmäler o.O.
    • Schauder, Karlheinz (2006-2010). Serie " Türme im Landkreis ". Erschienen in der "Rheinpfalz" o.O.

    Artikel-Historie

    Lage:

    Luitpoldstraße
    66849 Landstuhl

    VG Landstuhl
    Koordinaten:

    49° 24“ 44′ N, 7° 33“ 41′ O

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    1900

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