Glockenturm in Börsborn

Der fast 250 Jahre alte Glockenturm in Börsborn steht unter Denkmalschutz und ist für den Ort ortsbildprägend. Er hat nicht mehr die gleichen Funktionen wie noch damals, als nicht jeder eine digitale Uhr in der Tasche einstecken hatte. Die Glocken läuten heute nur noch bei Beerdigungen.

Geschichte

Der Turm in Börsborn wurde im Jahr 1788 errichtet. Im benachbarten Steinbach am Glan befindet sich der ein Bruderturm, der zu ähnlicher Zeit gebaut wurde. Der Turm in Börsborn war eine Stiftung der damaligen Landesmutter Gräfin Marianne von der Leyen (1745-1804).

Im Turm vorhanden sind Geschichtstafeln, die Besucher über das Adelsgeschlecht von der Leyen informiert. Die Familie von der Leyen, deren Residenzhauptstadt zuletzt Blieskastel war, hatte die seit dem 15. Jahrhundert die Macht über das Amt Münchweiler (heute Glan-Münchweiler). Das Dorf Börsborn war Teil dieses Amtes, zu dem außerdem sechs weitere Gemeinde zugehörig waren.

Die Glocke des heutigen Turms stammt von der Gießerei Pfeifer aus Kaiserslautern und wurde 1922 gegossen. Es besteht die Annahme, dass bereits bei der Errichtung des Turms eine Glocke vorhanden war, dass diese jedoch während des 2. Weltkriegs eingeschmolzen und durch ein Geschenk der protestantischen Kirchengemeinde Glan-Münchweiler ersetzt wurde. Die Funktion des Glockenturms war es den Bewohnern von Börsborn durch Läuten der Glocken täglich eine Vorstellung der aktuellen Tageszeit zu liefern. Somit konnten die Anwohner ihren Tag an diesem Läuten ausrichten. Die Bewohner der damaligen Zeit waren auf diese Glocken angewiesen, da es noch keine digitalen Zeitmesser gab. Die Glocken schlugen zweimal täglich um 11:00 Uhr und um 18:00 Uhr abends. Vor allem für die draußen auf dem Feld arbeitende Bevölkerung war das Geläut von Relevanz.

Weiterhin war es Funktion des Glockenturms zu läuten, sobald Gefahren durch Feuer erkennbar waren, da es zu dieser Zeit noch keine Sirenen gab. Die Funktionen der damaligen Zeit sind heute eingestellt und der Turm dient lediglich zur Erinnerung an die damalige Zeit und an das Geschlecht der Familie von der Leyen. Die Glocken läuten heutzutage lediglich, sollte ein Gemeindemitglied des Dorfes verstorben sein.

Geläutet wurde die Glocke bis in die 1960er Jahre mit einem Seil vom Gemeindediener, also per Hand. Mittlerweile wurde sie so modifiziert, dass sie automatisch auf elektrische Weise zwei Mal täglich um 11:00 Uhr und 18:00 Uhr erklingt. Bis 1974 wurde das Gebäude außerdem als Spritzenhaus verwendet, wurde also von der Feuerwehr genutzt. Aufgrund der zentralen Lage des Gebäudes bot es sich hierfür an, da das Ausrücken mit der Wasserspritze und später mit dem Feuerwehranhänger schnell möglich war.

2014 Fand ein Umbau des Turminneren statt. Es wurde ein Ausstellungsraum eingerichtet, in dem auf zwei Ebenen die Heimatgeschichte von Börsborn, des Amtes Münchweiler und die Überlieferungen des Adelsgeschlechts von der Leyen sowie der Stifterin Marianne von der Leyen in Form einer Dauerausstellung gezeigt wird.

Objektbeschreibung

Das auffällige Gebäude am Straßenrand ist ein heller Putzbau mit quadratischem Grundriss. Es steht auf einem den Hang ausgleichenden Sockel aus großen Sandsteinquadern. Die zwei Etagen des Gebäudes werden durch ein einfaches Gesims abgegrenzt und sie sind etwa gleich hoch. Im Gebäude befinden sich auf zwei Seiten mehrere Öffnungen, die aus verschiedenen Zeiten stammen. Die zwei Öffnung auf der Südseite stammen aus der Erbauungszeit, während auf der Ostseite zwei moderne Öffnungen für eine Tür und ein Fenster vorzufinden sind. Auf westlicher Seite befand sich im Obergeschoss ebenfalls eine Fensteröffnung, welche in den 2020er Jahren zugemauert wurde. Über einem Traufgesims thront ein spitzer Turmhelm in grauer Farbe. In diesem Dach sind in nördlicher, südlicher und östlicher Richtung insgesamt drei gaubenförmige Schallöffnungen vorhanden.

Direkt am Gebäude befinden sich zwei Informationstafeln, eine auf nördlicher und die andere auf südlicher Seite. Die Tafel an der Nordwand zeigt die Geschichte des Turmes, wie sie auch hier im oberen Teil des Artikels dargestellt wurde. Die andere Tafel zeigt vier Rundwanderwege, von denen der Glockenturm ein Element ist. Diese sind der Glockenturmweg, der Muhleichenweg, der Von-der-Leyen-Weg sowie der Weg Jüdische Kultur. Letzterer erstreckt sich vom Glan zum Ohmbach.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Der ortsbildprägende Glockenturm von Börsborn befindet sich relativ zentral im Dorf. Man findet ihn, wenn man von der Hauptstraße nach Norden in die Steinbacher Straße abbiegt und bis zur Mündung Steinbacher Straße – Eckstraße fortfährt. Dort befindet sich das Gebäude alleinstehend auf östlicher Seite. Parkmöglichkeiten sind sowohl in der Nähe des Bürgerhauses sowie am Friedhof vorhanden.

Literaturverzeichnis

  • Generaldirektion kulturelles Erbe (2023). Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Kusel Mainz.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Lage:

Steinbacher Straße 2
66904 Börsborn

Koordinaten:

49° 26“ 27′ N, 7° 23“ 54′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
1788

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