Eisenschmelz bei Stelzenberg

Alternative Bezeichnungen: Neue Schmelz, Eisenhüttenweg Nr. 10

Die ehemalige Eisenschmelz bei Stelzenberg ist die zehnte Station des Eisenhüttenwegs entlang des Karlstals. Sie gilt als Annex der Gemeinde Stelzenberg und ist im unteren Moosalbetal/Hammertal zu finden. Eingesetzt wurde sie für die Produktion von Ofenplatten, ehe sie im Jahr 1863 aufgrund der geringen Rentabilität geschlossen wurde. Der Hochofen wurde im Jahr 1886 abgerissen.
Heute ist dort noch das Gienanthsche Jagdschloss vom ausgehenden 19. Jahrhundert zu sehen.

Historie

Die Eisenschmelz wurde im Jahr 1742 in Betrieb genommen, ein Zeitpunkt, zu dem auch die Hammerwerke des Freiherrn von Hacke gegründet worden sind. Diese entstand als Gegenstück zur alten Schmelz, welche im Aschbachtal zu finden war. In der neun Eisenschmelz wurden vor allem Ofenplatten gefertigt, die bis zum 19. Jahrhundert zu den wichtigsten Produkten der Eisenhüttenwerke zählten. Der junge Eisenhütteningenieur Ludwig von Gienanth (1767-1848) übernahm im Jahr 1793 die Führung der Eisenwerke in Trippstadt, Hochstein sowie Altleiningen. Zudem erwarb er im Jahr 1804 von Carl Theodor Freiherr von Hacke (gest. 1792) das Trippstadter Werk inklusive der Wilensteiner Mühle, Ländereien und Wooge.

Die Eisenschmelz lag im Karlstal sowie am Ende eines Talabschnitts, dass nördlich der L500 bis nach Stelzenberg führt. Das Wasser für die Schmelz beziehungsweise für die Windmaschine und Erzpoche, wurde am Bergfuß zugeleitet. Dabei floss das Wasser teilweise durch offene Gräben und Mauergewölbe, welche im Hammertal durch Straßenarbeiten freigelegt worden sind. Es war nicht möglich das Wasser jenseits der Moosalbe aufzustauen, da dies Land der Gemeinde Schopp war. Aus diesem Grund wurde ein kleines Stauwerk errichtet, mit dessen Hilfe das Wasser der Moosalbe aufgestaut und umgeleitet werden konnte. Die Wasserkraft war zum Bewegen der Blasebälge des Holkohleschmelzofens erforderlich. Diese Kraft konnte, durch ein etwa einen Kilometer talaufwärts errichtetes Stauwehr sowie einen Wasserkanal, erzeugt werden. Die Stauanlagen sind in den Bachläufen nordöstlich des Unterhammers immer noch zu erkennen. Sie sorgten dafür, dass das Wasser die frühere Straße und den Berghang passierte und in geeigneter Höhe an die Eisenschmelz gelangte. Dort wurde zu jener Zeit das große Wasserrad, welcher sich in der Nähe des Schmelzofens befand, in Bewegung gesetzt.

Der Hochofen war zwanzig Fuß hoch und wurde 1834 ersetzt. An dessen Stelle kam ein moderner und mit dreißig Fuß größerer Holzkohle-Hochofen, welcher in der Mitte des Tals errichtet wurde. Noch im selben Jahr wurde der neue Hochofen in Betrieb genommen. Es wurde sich eine größere Produktivität und zugleich eine größere Konkurrenzfähigkeit erhofft. Im Laufe der Zeit wurde jedoch bei immer mehr Anlagen die Produktion Stück für Stück eingestellt, wozu auch 1863 der Schmelzbetrieb der Eisenschmelz gehörte. Im Jahr 1864 wurden alle Anlagen stillgelegt. Grund hierfür war die nicht mehr rentable Produktivität, die starken Konkurrenzbetriebe und die nicht in ausreichendem Maße vorhandenen Verkehrsanbindungen. Die Betriebstätten, welche sich im Hammertal befanden, wurden anschließend nach und nach verkauft. Der Hochofen wurde letztendlich im Jahr 1886 abgerissen. Die Stallungen wurden im Jahr 1980 entfernt und die Arbeiterwohnungen der Eisenschmelz zerstört. Letzteres fiel dabei dem Straßenbau der L500 zum Opfer, wobei nur noch 1/3 der Arbeiterwohnungen vorhanden sind.

Heute sind nur noch Fragmente der damaligen Eisenschmelz zu erkennen. Einige erhaltene Gebäude wurden im Laufe der Zeit ebenfalls aufgrund des Straßenbaus abgerissen. Eines der erhaltenen Gebäude ist das von Edmund von Gienanth (1852-1904) im Jahr 1896 errichtete Jagdhaus, welches später als Försterhaus diente. Aktuell sind alle Gebäude im Privatbesitz.

Am Waldrand stand ein Wohnhaus, welches vor dem zweiten Weltkrieg (1939-1945) als Jugendherberge diente. Erzählungen nach wurden dort „Fluß- und Seebäder“ angeboten. Die Herberge wurde „Karlstal Forsthaus Schmelz“ genannt. Dort war ein Holzsteg vorhanden, worunter die Moosalbe vorbeifloss. Von dort aus wurde im kühlen Gewässer die Morgen- und Abend-Toilette vollzogen.

In einer Sandsteinmauer, neben der L500 an der Eisenschmelz, ist der Ritterstein „Eisenschmelze“ mit der Nummer 125 zu finden. Er weist auf die damalige Anlage an dieser Stele hin. Die noch bestehende Hofanlage hinter dem Ritterstein vom Beginn des 19. Jahrhunderts, ist in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz als Kulturdenkmal eingetragen.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die ehemalige Eisenschmelze befindet sich etwa 1,5 Kilometer südlich der Ortsmitte von Stelzenberg. Dabei liegen die noch heute erhaltenen Gebäude an der Kreuzung der L500 und K55, welche nach Stelzenberg führt. Südlich der Eisenschmelz führt der Eisenhüttenweg entlang der Moosalbe vorbei. Die Eisenschmelze liegt zudem direkt an der Grenze zur Gemeinde Schopp, welche ca. 2,5 Kilometer südwestlich liegt. Zusätzlich ist sie mit dem Fuß- und Radweg vom Unterhammer, welcher entlang der L500 verläuft, erreichbar. Es befinden sich eine Brücke zum Überqueren der Moosalbe bei der Eisenschmelz, sowie ein größerer Parkplatz. Weitere Waldwege führen im Norden nach Stelzenberg.

Literaturverzeichnis

  • Dieter Faas / Helmut Celim (2014). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Ausgabe 62. Trippstadt.
  • Kurt Knebel (2000). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Sonderheft Flurnamen. Trippstadt.
  • Roland Boiselle (2003). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Ausgabe 30. Trippstadt.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 22“ 7′ N, 7° 43“ 31′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
1742

Weiterführende Links:

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