Unionskirche in Kaiserslautern

Alternative Bezeichnungen: Kleine Kirche

Die Unionskirche in Kaiserslautern wurde im Jahr 1711 von der lutherischen Gemeinde in Kaiserslautern errichtet. Sie markiert einen wichtigen Meilenstein der Kirchengeschichte in Kaiserslautern und ist auch heute noch eine beliebte Kirche für Hochzeiten. Vielen Kaiserslauterern ist sie auch noch unter dem Namen „Kleine Kirche“ bekannt.

Geschichte

Die Unionskirche steht schon seit über 300 Jahren am gleichnamigen Unionsplatz auf dem Rittersberg in der Innenstadt von Kaiserslautern. Sie wurde im Jahr 1711 für die damalige lutherische Gemeinde als Gotteshaus errichtet. Die Lutheraner waren in Kaiserslautern lange eine Minderheit und sie feierten vor dem Bau der Kirche ihre Gottesdienste entweder in Wohnzimmern oder unter freiem Himmel. Um das Jahr 1700 bildete sich eine eigenständige lutherische Gemeinde in Kaiserslautern, die den Bau einer eigenen Kirche in der Nähe zur reformierten Stiftskirche beschloss.

Der erste Gottesdienst in der neuen lutherischen Pfarrkirche fand im Jahr 1717 statt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts nährten sich die beiden Konfessionen, Lutheraner und Reformierte, langsam an, wahrscheinlich auch wegen der Revolutionskriege (1792-1802), die die Stadt Kaiserslautern Ende des 18. Jahrhunderts trafen. Als die Franzosen im Jahr 1797 abziehen, hinterlassen sie ruinierte Kirchen in Kaiserslautern, jedoch setzte die lutherische Gemeinde ihre Kirche wieder instand.

Im Januar 1818 wurde in Kaiserslautern eine Lokalunion zwischen Lutheranern und Reformierten geschlossen und im August desselben Jahres kommt es zur Vereinigung aller Protestanten und Protestantinnen im damaligen bayerischen Rheinkreis, der heutigen Pfalz.

Nach dieser Vereinigung der Konfessionen verliert die Kirche am Unionsplatz jedoch stark an Bedeutung. Im Jahr 1831 wird sogar die Benutzung aufgegeben und die Scheiben der Kirche eingeworfen. Die Kirche steht daraufhin einige Jahre leer. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wird die Kirche erst wieder notdürftig instand gesetzt und auch wieder genutzt, jedoch von den Altkatholiken. Auch erhält die Kirche eine neue Glocke, nachdem die alte Glocke von den Franzosen beschlagnahmt worden war. Gegossen wurde diese von Georg Hamm und sie wiegt 262 Kilogramm und trägt die Inschrift „Bis hierher hat uns der Herr geholfen“. Sie ist bis heute die älteste Glocke Kaiserslauterns. Im Jahr 1871 wird eine Weihnachtsmesse in der Kirche abgehalten, die auch wieder von Protestanten besucht wird.

Im Übergang zum 20. Jahrhundert wurde die Kirche wieder nach und nach renoviert, dabei wurde die Innengestaltung, Orgel und auch die Heizung erneuert. Anders als die Stiftskirche und die Apostelkirche nimmt die Unionskirche im zweiten Weltkrieg (1939-1945) keinen Schaden und wird so von vielen Kaiserslautern in den Nachkriegsjahren zur kirchlichen Heimat, bis zum Wiederaufbau der Stiftskirche im Jahr 1950. Bis in die 1960er Jahre trägt die Kirche offiziell den Namen „Lutherkirche“.

Im Jahr 1966 wird eine neue Lutherkirche am Messeplatz, in der immer weiterwachsenden Stadt Kaiserslautern, gegründet. Die alte Kirche am Unionsplatz bekommt daher den neuen Namen „Kleine Kirche“. Unter diesem Namen ist sie vielen Kaiserslauterern auch heute immer noch bekannt. Während der Sanierung der Stiftskirche Ende der 60er Jahre ist sie Heimat für die Stiftskirchengemeinde und als in den 1970ern die Martinskirche erneuert wird, hat die katholische Martinsgemeinde Gastrecht in der Kleinen Kirche. Ende der 1970er Jahre wird eine Generalsanierung des Gotteshauses notwendig, welche dann 1990 umgesetzt wird. Seit der Generalsanierung ist die Kleine Kirche, neben der Stiftskirche, das Gotteshaus der protestantischen Stiftskirchengemeinde in Kaiserslautern und wird danach auch wieder häufiger genutzt.

Im Zuge des 200jährigen Jubiläums der Kirchunion der Evangelischen Kirche der Pfalz, in der auch die Kleine Kirche eine zentrale Rolle spielte, entschied der Bezirkskirchenrat Kaiserslautern im Jahr 2018 deren Bedeutung auch im Namen der Kirche festzuhalten, seither trägt sie den Namen „Unionskirche“. Mit dem davor liegenden Unionsplatz markiert die Kirche in Kaiserslautern einen wichtigen Meilenstein der Kirchengeschichte in Kaiserslautern.

Heute ist die Kleine Kirche immer noch eine beliebte Kirche für Trauungen, Taufgottesdienste und kulturelle Veranstaltungen.

Objektbeschreibung

Die Unionskirche in Kaiserslautern ist ein verputzter rechteckiger Bau ohne Seitenschiff und Chor. Der kleine Saalbau wird von einem Dachreiter mit Welscher Haube aus dem Jahr 1754 bedeckt, welcher am östlichen Giebel der Kirche sitzt. Auf den Längsseiten befinden sich zwei Fensterachsen mit Spitzbogenfenstern. Das Eingangsportal liegt in der Mitte der Längsseite und hat eine Pilasterrahmung im Dreiecksgiebel.

Die heutige Orgel der Unionskirche stammt aus dem Jahr 1910 und dabei wurden Gehäuse und Prospekt der alten Orgel aus den Jahren 1818 und 1825 mit einbezogen. Die Orgel steht auf einer hölzernen Empore in der Kirche. Die Kirchenglocke aus dem Jahr 1863 wurde von dem Kaiserslauterer Glockengießer Georg Hamm gegossen und ist die älteste erhaltene der Stadt.

Die Kirche ist ein eingetragenes Kulturdenkmal im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler der Generaldirektion Kulturelles Erbe.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Unionskirche in Kaiserslautern befindet sich in der Innenstadt von Kaiserslautern auf dem gleichnamigen Unionsplatz. Gegenüber der Unionskirche liegt das Pfalztheater und es befinden sich zwei Parkhäuser in unmittelbarer Nähe.

Literaturverzeichnis

  • Generaldirektion Kulturelles Erbe (2020). Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreisfreie Stadt Kaiserslautern Mainz.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 26“ 48′ N, 7° 46“ 16′ O

Datierung:
1711-1717

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