Burg Altdahn auf dem Schlossberg bei Dahn

Altdahn ist die östlich gelegene Burg der Dahner Burgengruppe auf dem Schlossberg. Wie bei den beiden benachbarten Burgen, ist der genaue Errichtungszeitraum Altdahns nicht bekannt. Da Burg Altdahn als erste der drei Burgen im Jahre 1127 schriftlich erwähnt wurde, wird in großen Teilen der Literatur davon ausgegangen, dass diese die Stammburg der Dahner Burgengruppe darstellt. Sie war bischöflich-speyerisches Lehen im Besitz der Ritterfamilie von Dahn.

Geschichte

Bis ins Jahr 1319 waren Altdahn und Grafendahn unter der Herrschaft Johanns I. Schwierige Besitzverhältnisse traten auf, als drei Burgen auf zwei Erben aufgeteilt werden mussten. Diese Erbschaften hatten zur Folge, dass in den 1380er Jahren die Burg Grafendahn gegründet wurde. Vermutlich war die Burg Altdahn zu klein oder familiäre Auseinandersetzungen führten zu diesem Schritt.

Nachdem der Erbe Altdahns, Johann III. von Dahn, Mitte des 14. Jahrhunderts ebenfalls verstarb, ging der Besitz an die Söhne Ritter Johann VI. und Edelknecht Heinrich IX. über. Aus dieser Erbschaft sind eine Altdahner sowie eine Neudahner Linie zu begründen. Nach dem Tod des verstorbenen Besitzers Altdahns, Johann VI. von Dahn, heiratete die Witwe den Ritter Stophes, der Altdahn als Ausgangspunkt für seine zahlreichen Raubzüge nutzte. Dies sorgte im Land für Aufregung, weshalb 1372 Truppen des Landfriedens die Burg belagerten und anschließend sogar einnahmen.

In den nächsten Jahrzehnten hatten weitere Erbschaften erneut zur Folge, dass es zu weit verzweigten Besitzverhältnissen auf den Burgen kam. Die prekäre Dahner Familienpolitik sorgte immer wieder zu Uneinigkeiten und Auseinandersetzungen untereinander sowie mit den bischöflichen Lehnsherren, dem König oder dem benachbarten Adel. Nichtsdestotrotz erfüllten die drei Burgruinen bis ins 20. Jahrhundert hinein ihren Zweck. Die Burgruinen schützten die umliegende Bevölkerung vor Kriegen und Angriffen – zuletzt im Zweiten Weltkrieg.

Baubeschreibung

Die Felsenburg Altdahn liegt auf den beiden östlichen Felsen des Schlossberges. Der Burgzugang befand sich ursprünglich an der östlichen Seite der Burg. Die Umfassungsmauer und Bergflanken schützten die Burg von den anderen drei Seiten.

Durch einen Felssturz im Jahr 1820 wurden große Teil der Ober- und Unterburg zerstört.

Nördliche Unterburg: Im 15. Jahrhundert kamen die starken Feuergeschütze auf, gegen die man sich auch auf Altdahn schützen wollte. Es wurde daher vermutlich über mehrere Bauphasen ein neuer Geschützturm, das Nordrondell, errichtet. Dieser ist heute circa 19 Meter hoch und seine Wände sind etwa 2,50 Meter dick.

Es lässt sich noch heute an den Balkenlöchern in der inneren Ringmauer oder an den Burgfelsen erkennen, dass dort einst Gebäude errichtet waren. Diese dienten als Wohnraum für die Burgmänner oder das Dienstpersonal, als Wirtschaftsbauten oder als Stallungen.

Südliche Unterburg: Die südliche Unterburg befindet sich unterhalb des westlichen Burgfelsens. Der östliche Burgfelsen bat keinen Platz für einen Burghof. Wie an der nördlichen Unterburg, befindet sich auch in der südlichen Unterburg zum Schutz ein Rondell. Es ist allerdings etwas schmaler als das nördliche gehalten.

Westliche Oberburg: Das gesamte Plateau auf dem schmalen und langen Westfelsen war durch ein mehrstöckiges Hauptwohngebäude, dem Palas (Saalbau), bebaut. Dieser wurde bei einem Felssturz 1820 stark zerstört, weshalb lediglich noch der Mauerturm und ein Teil der Außenmauer zu besichtigen sind.

Der viereckige Turm am Palas war wahrscheinlich ein Abortturm und lehnte sich an den Palas direkt an. Ursprünglich war er wohl höher als die 10,50 Meter, die heute zu messen sind.

Im Erdgeschoss des Palas befand sich ein großer Saal, von dem noch Reste von Fensternischen und Sitzbereichen, einem Balkon sowie einer Wandnische erkennbar sind. In den Obergeschossen befanden sich Wohn- und Schlafräume.

Östliche Oberburg: Die östliche Oberburg stand auf zwei schmalen und isoliert stehenden Felsen, dem ersten und zweiten Ostfelsen. Im Gegensatz zur westlichen Oberburg ist auf den östlichen Felsen nicht mehr viel erhalten geblieben. Heute befinden sich auf dem zweiten Felsen noch ein runder Brunnenschacht, der ursprüngliche im Osten befindliche Burgzugang und in den Boden reichende Vertiefungen. Man geht davon aus, dass auf dem ersten Felsen ein Wartturm stand, der lediglich über eine Brücke zugänglich war.

Renovierung und Erhaltung

Ab 1870 begann man mit ersten Aufräumarbeiten auf der Burg Altdahn. Nach der völligen Zerstörung der Dahner Burgengruppe im Zweiten Weltkrieg fanden regelmäßig Sicherungs- und Restaurationsarbeiten an der Burgruine Altdahn statt.

Die Dahner Burgengruppe steht unter Denkmalschutz (Generaldirektion Kulturelles Erbe – Kreis Südwestpfalz, S. 11) und wird von der Organisation „Burgen-Schlösser-Altertümer Rheinland-Pfalz“ verwaltet und betreut.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Burgengruppe liegt östlich von Dahn. Eine ausgeschilderte Zufahrt führt zu den Parkplätzen unterhalb der Burg. Von dort aus sind die Burgen nur 10 Minuten zu Fuß entfernt.

Literaturverzeichnis

  • Bartsch, S. und Bieker J. (1984). Vom Trifels zum Hambacher Schloß. Burgen im Pfälzer Wald. Harenberg.
  • Burgenverein Dahn e. V. (Hrsg.) (1979). Burgengruppe. Altdahn, Grafendahn, Tanstein. Verfasst von: Thelen, K. Th. und Schultz, A. o.O.
  • Goetze, J. (1991). Burgen in der Pfalz. Heidelberg.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 9“ 2′ N, 7° 48“ 11′ O

Epoche:

Unbekannt

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
vor 1127 - 1550

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