Wegelnburg bei Nothweiler

Die Wegelnburg in der Gemeinde Schönau befindet sich nahe Nothweiler an der deutsch-französischen Grenze. Sie gilt als höchstgelegenste Burganlage der Pfalz und stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert. Die Burganlage gliedert sich in eine Ober-, Mittel- und Unterburg und umfasst zudem zwei Felstürme und eine Ringmauer. Bis heute sind von der einst komplexen Anlage lediglich Reste von Mauern, Toren und Felskammern übriggeblieben. Durch die exponierte Lage bietet sich ein Panorama-Ausblick über das Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen.

Geschichte

Um die Entstehung der Wegelnburg ranken sich verschiedenste Erzählungen und Geschichten. Wann und von wem die Burg jedoch konkret erbaut wurde, bleibt bis heute ungewiss. Die Entstehungszeit der ehemaligen Reichsburg wird auf die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts geschätzt. Als Bauherren kommen sowohl Friedrich II. (1712 – 1786), auch Friedrich der Große genannt, als auch die Herren von Fleckenstein in Frage. Wahrscheinlich diente sie der Grenzsicherung. Erstmals erwähnt wird der Name Wegelnburg im Jahr 1246 über die Nennung des Reichsdienstmannes „B. von Woeglenburc“ dessen Besitztümer nach seinem Tod an Graf Friedrich III. von Leiningen übergingen. Im Jahr 1272 wurde die Burg erstmals zerstört, da der damalige Burgvogt Landfriedensbruch begangen hatte. Im Anschluss wurde sie jedoch von der Familie von Wegelnburg wieder neu aufgebaut. Im Jahr 1330 wird die Burg an die Kurpfalz verpfändet und im Jahr 1417 wird die Wegelnburg an Herzog Stephan von Zweibrücken übergeben und gehörte bis zu der Französischen Revolution (1789 – 1799) dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken an. Im Jahr 1679 folgt eine weitere Zerstörung durch die Truppen um Général Montclar (1625 – 1690). Nur ein Jahrzehnt später wird die Wegelnburg während des Pfälzischen Erbfolgekriegs (1688 – 1697) derart von französischen Truppen zerstört, dass kein Wiederaufbau mehr stattfand. Seit dem Jahr 1945 gehört die Ruine dem Land Rheinland-Pfalz. Zwischen 1979 und 1982 wurde der Baubestand der Ruine gesichert sowie Schutt und Geröll beseitigt, sodass die sie von Besuchenden erkundet werden kann. Aufgrund von Baumaßnahmen kann es zu zeitweisen Sperrungen der Wegelnburg kommen.

Objektbeschreibung

Die Wegelnburg gilt mit 575 Metern als höchstgelegene Felsenburg in der Pfalz. Sie erstreckt sich über ein schmales Felsriff mit etwa 90 Metern Länge und sechs bis 18 Metern Breite, ein künstlich angelegter Graben trennt die Burganlage vom übrigen Bergmassiv ab. Um die gesamte Burg zieht sich zudem eine Ringmauer. Die Anlage untergliedert sich in drei Zonen und wird in die Unter-, die Mittel- und die Oberburg eingeteilt. Von der einst kompliziert strukturierten Burganlage sind heute allerdings nur noch Reste von Toren, Gebäuden und Felskammern übriggeblieben. Stellenweise sind zudem noch ursprüngliche Mauerwerke zu erkennen, die jegliche Zerstörungen und Aufmauerungen überstanden haben. Zur Anlage gehören zudem eine Ringmauer, ein Plateau sowie zwei Felstürme, die Krötenstuhl und Wachtfelsen genannt werden. Wann diese gegründet wurden und ob sie unmittelbar zur Burg gehörten, ist unklar. Die Entstehungszeit der Kernburg, bestehend aus Mittel- und Oberburg, wird auf die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts geschätzt. Die Unterburg aus der Westseite stammt vermutlich aus dem frühen 14. Jahrhundert. Zeitlich später folgten der Bau der Ringmauer und des Bastionsturm. Letzterer trägt die Inschrift des Jahres 1620, in welchem der Turm vermutlich fertiggestellt wurde. Wie viele Gebäude und Anlagen genau zur Burg gehörten bleibt ungewiss. Von der Oberburg ist bis heute eine große Felskammer mit Buckelquadern erhalten geblieben, ihr restliches Aussehen ist seit Beginn der Sanierungsarbeiten stark verändert worden. Die Mittelburg bezeichnet die Terrasse auf der Westseite des Burgfelsen, welche zu früheren Zeiten überbaut gewesen zu sein schien. Von der Unterburg sind heute nur noch Mauerreste und der Bastionsturm wiederzuerkennen. Aus den Mauerresten lässt sich ableiten, dass diese einst aus großen und glatten Quadern mit unregelmäßigen, breiten Fugen und stellenweise aus Buckelquadern erbaut war. Die Wegelnburg kann dem frühgotischen Stil zugeordnet werden, welcher vor allem an den Fenstertüren zu erkennen war.

Für Besuchende der Wegelnburg bietet sich ein Panorama-Ausblick über das deutsch-französische Grenzgebiet und das Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen, der den Aufstieg zur Burg entlohnt. Für alle, die den Ausblick fotografisch festhalten möchten empfiehlt es sich, dies vom Fotospot an der höchsten Stelle der Burg aus zu tun. Um das Burgpanorama am besten abzulichten, eignet sich ein Fototermin im Mai, den Herbstmonaten September und Oktober oder bei winterlichem Schneeeinbruch. Die schönsten Lichtverhältnisse können am frühen Morgen bei Sonnenaufgang zwischen 6:30 Uhr und 8 Uhr eingefangen werden.

Mythen und Sagen

Um die Wegelnburg ranken sich zwei bekannte Mythen und Sagen. Erstere handelt von einer verfluchten Prinzessin, die auf der Burg gewohnt haben soll. Das bildschöne Mädchen soll alle Herren abgewiesen haben, was einige von ihnen dazu brachte sich das Leben zu nehmen. Daher wurde die Prinzessin verflucht und muss nun jeden Freitag als Schlange den Krötenstuhl besuchen. Dort wird sie warten, bis ein mutiger Herr alle drei geforderten Aufgaben erfüllt. Am ersten Freitag muss er die Schlange küssen, ohne gebissen zu werden. In der nächsten Woche muss er freitags wiederkehren und wird die Prinzessin zu einer feuerspeienden Kröte verwandelt vorfinden, die er küssen muss, ohne verbrannt zu werden. Als letzte Aufgabe gilt es am darauffolgenden Freitag eine Haarlocke der Prinzessin zur Wegelnburg zu bringen, um die Prinzessin vom Fluch zu befreien.

Eine zweite Sage erzählt die Geschichte der weißen Dame der Hohenburg. Die beiden Herren von Hohenburg und von Wegelnburg waren verfeindet. An der Quelle des Maidenbrunnen rettet Robert, der Knappe von Wegelnburg, Edwige, die Tochter des Herren von Hohenburg vor einem Wildschwein und verliebt sich in sie. Beide verbringen immer öfter Zeit miteinander am Maidenbrunnen, bis Herr von Hohenburg den Knappen und seine Tochter gemeinsam erwischt. Aus Wut bringt er den jungen Mann um, woraufhin seine Tochter an Ort und Stelle vor Trauer zusammenbricht und ebenfalls stirbt. Seither ranken zwei Vergissmeinnicht-Stauden an der Unglücksstelle. In der Abenddämmerung soll sich Edwige als weißer Schatten über dem Maidenbrunnen zeigen und ihr Geist den Ort ihrer Liebe aufsuchen.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Wegelnburg trägt den Titel der höchstgelegensten Burganlage in der gesamten Pfalz und gleichzeitig der südlichsten Burg des Pfälzer Waldes. Sie befindet sich auf dem 572 Meter hohen Berggrat des Sindelsberges in direkter Nähe zur deutsch-französischen Grenze am Drei-Länder-Eck Pfalz, Elsass und Lothringen. Die Ruine erstreckt sich über ein von Nordosten nach Südwesten ausgerichtetes, 90 Meter langes und sechs bis 18 Meter breites Felsriff. Ein künstlich angelegter Graben trennt die Burganlage vom angelagerten Bergmassiv. Der Bergrücken verfügt über drei Felsen, welche die Burg in eine exponierte Lage mit Rundum-Ausblick versetzen. Wer zur Burg gelangen möchte, sollte dem 2,8 Kilometer langen Fußweg von Schönau aus folgen. Die Wegelnburg liegt direkt am Felsenland Sagenweg, dessen Bewanderer innerhalb eines Tages vier mittelalterliche Burgen entdecken können.

Literaturverzeichnis

  • Generaldirektion Kulturelles Erbe RLP (2019). Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Südwestpfalz Mainz.
  • Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde Kaiserslautern (2007). Pfälzisches Burgen-Lexikon Band 4.2 St – Z Kaiserslautern.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 3“ 40′ N, 7° 47“ 13′ O

Datierung:
Mitte des 13. Jahrhunderts

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