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Burgruine Wildenstein am Donnersberg

Alternative Bezeichnungen: Wildensteyn

Die Burg Wildenstein wurde wahrscheinlich spätestens gegen Ende des 12. Jahrhunderts errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte kam es zu zahlreichen Besitzerwechseln der Burg. Vermutlich wurde die Burg im Bauernkrieg (1524-1526) oder im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) zerstört, verlassen und danach nicht wieder aufgebaut.

Geschichte

Die Erbauung der Burg stand wahrscheinlich in Verbindung mit der rund um den Donnersberg betriebenen Eisengewinnung und –verarbeitung. Allerdings gibt es für diese Vermutung keine belastbaren Beweise. Der Name Wildenstein wird erstmals in Dokumenten des 12. Jahrhunderts genannt. Die Existenz einer Burg wird allerdings erst viel später erwähnt. Drei Urkunden, die Kaiser Heinrich VI. (1165-1197) im Jahr 1194 erstellen ließ sind in Bezug auf die Burg von Relevanz, denn „Henricus de Wildenstein“ wird als Urkundenzeuge aufgeführt. Möglicherweise hat sich dieser nach der Burg benannt. Es spricht allerdings dagegen, dass Wildenstein zum Besitz der Reichsministerialen von Bolanden gehörte und im 12. Jahrhundert kein Heinrich Mitglied der Familie war. Im Jahr 1321 wurde die Burg Lehen der Grafen von Sponheim-Dannenfels. Da die Burg mit allen Rechten und Zubehör belehnt wurde, kann man davon ausgehen, dass die Burg zu dieser Zeit zur Reichsburg geworden war.

In den 1330er Jahren wird Ritter Siegfried von St. Alban Lehensnehmer der Burg Wildenstein und trug von nun an den Namen der Burg. In den folgenden Jahrzehnten stieg die Zahl der Burganteilseigner stark an. Im Verlauf des 14. Jahrhunderts gerieten die Herren von Wildenstein in so große finanzielle Schwierigkeiten, sodass sie gezwungen waren einen großen Anteil der Burg der Pfalzgrafschaft zu überlassen.

Im Jahr 1402 verstarb Siegfried von St. Alban-Wildenstein. Da es keine Erben gab, fiel das Lehen zurück an die Grafen von Leiningen und die Burganteile wurden neu verteilt. Ein Viertel der Burg blieb in leiningischer Hand und die übrigen Dreiviertel gingen an drei Obersteiner.

Der Untergang der Burg bleibt unklar. Möglicherweise wurde die Burg bereits im Bauernkrieg (1524-1526) oder erst im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) zerstört. Fest steht, dass die Burg im Jahr 1657 nur noch eine Ruine war, wie aus einer Beschreibung der Herrschaft Kirchheim hervorgeht. Danach gab es über die Burg keine Nachrichten mehr.

Im Jahr 1938 war die Burg im Besitz der Gemeinde Albisheim. Heute ist sie Teil der Gemarkung Dannenfels und ist Teil einer geschützten Denkmalzone.

Baubeschreibung

Die Hauptangriffsseite lag im Westen und wurde durch einen Halsgraben geschützt. Heute ist dieser Graben teilweise verschüttet. Das trapezförmige Burgareal wurde außerdem durch eine parallel zum Halsgraben verlaufende Schildmauer geschützt. Diese wurde mittig durch einen Felsrücken getrennt. An dieser Stelle stand einst ein quadratischer Bergfried, von dem allerdings keine Reste erhalten sind. Am nördlichen Ende dieser Schildmauer ging diese in Richtung Osten in eine Ringmauer über. Die Südmauer ist heute noch mehrere Meter hoch und 1,10 Meter stark. Ebenso wie die Nordmauer besteht sie aus groben lagerhaften Bruchsteinen, die mit Lehmmörtel verfestigt wurden.

Der ehemalige Zugang zur Burg ist heute noch im Süden unterhalb der Schildmauer zu erkennen. Über eine Brücke über den Graben erreichte man das Zugangsbauwerk.

In der ehemaligen Südostecke der Burg befindet sich Schutt aus zahlreichen Fragmenten von Backsteinen und Dachziegeln. Diese sind Trümmer eines Gebäudes unbekannter Funktion. In der Nordostecke ist ein 1,70 mal 1,70 Meter breiter und vier Meter tiefer Schacht zu sehen. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um eine Zisterne oder auch um einen Brunnen.

Im Osten ist ein längerer rechteckiger Schuttwall zu sehen. Dabei handelt es sich wohl um die Reste eines ehemaligen Wohngebäudes. An diesem schließt im Norden ein kleiner Raum mit einer Größe von fünf mal 2,50 Metern an, der die Nordostecke der Burg markierte.

Auf Grund der topographischen Lage der Burg ist es eher unwahrscheinlich, dass die Burg eine kleine Unterburg besaß. Nur im Norden und Nordosten wäre eine Unterburg denkbar. Bislang konnte allerdings keine nachgewiesen werden.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Burgruine Wildenstein liegt im westlichen Wildensteiner Tal auf der Südseite des Donnersbergs und befindet sich unweit westlich der Ortsgemeinde Dannenfels. Sie befindet sich im Waldgebiet des Donnersberges auf einem Felssporn mit Steilabhängen über dem Wildensteiner Tal auf einer Höhe von 486 Metern über NN.

Die Ruine ist frei zugänglich und lediglich zu Fuß zu erreichen. Eine Parkmöglichkeit gibt es zwischen Dannenfels und Steinbach an der Haltestelle „Haus Wildenstein“. Von dort folgt man der Markierung „gelber Balken“ ins Wildensteinertal. Nach wenigen Minuten geht es über eine kleine Brücke rechts ab und anschließend über einen steilen und felsigen Aufstieg hinauf zur Ruine.

Literaturverzeichnis

  • Blinzig, Gerd (1990). In der Waldeinsamkeit des Donnersberges. Die Burgruine Wildenstein. In: Donnersberg-Jahrbuch 13, S. 244-246, o.O.
  • Conrad, Otto (1956). Die Herren und Ritter von Oberstein. S. 18ff., o.O.
  • Engels, Renate (1981). Besitzverhältnisse, Besiedlung und Nutzung im 17-19 Jahrhundert. In: Der Donnersberg. Ausgrabungen. Forschungen, Geschichte. Band 3, S. 6, 13 f, 19, 25 u. 27, o.O.
  • Gärtner, Peter (1854). Geschichte der bayerisch-rheinpfälzischen Schlösser und dieselben ehemals besitzenden Geschlechter nebst den sich daran knüpfenden romantischen Sagen. Band 1. S. 359-362, Speyer.
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2018). Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Donnersbergkreis (Denkmalverzeichnis Donnersbergkreis (27. November 2018). S. 9, Koblenz. Online verfügbar: denkmallisten.gdke-rlp.de, Donnersbergkreis, abgerufen am 29.01.2019 o.O.
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  • Wild, Klaus Eberhard (1954). Zur Geschichte der Herrschaft Oberstein an der Nahe. (Mitteilungsblatt zur rheinhessischen Landeskunde.) S. 18-22. o.O.
  • o.A. (1938). Die Kunstdenkmäler des Bezirksamtes Kirchheimbolanden. S. 325 f., München.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 36“ 51′ N, 7° 55“ 29′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
12. Jahrhundert

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