Burg Tanstein auf dem Schlossberg

Alternative Bezeichnungen: Burg Dankenstein

Tanstein ist die westlich gelegene Burg der Dahner Burgengruppe auf dem Schlossberg. Wie bei den beiden benachbarten Burgen, ist der genaue Errichtungszeitraum Tansteins nicht bekannt. Der urkundlichen Erwähnung zu Folge ist Tanstein die jüngste und somit zuletzt errichtete Burg auf dem Schlossberg.

Geschichte

Obwohl Burg Tanstein erst 1328 zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurde, kann daraus folglich nicht behauptet werden, dass diese die jüngste Burg der Gruppe darstellt. Laut Untersuchungen mache diese Burg nämlich keinen Eindruck einer spätmittelalterlichen Burg, sondern ganz im Gegenteil: aus archäologischen Untersuchungen lässt sich vermuten, dass diese bereits älter sein muss. Des Weiteren ist ein abgeschlossener Burgfried aus dem Jahre 1288 bekannt, woraus sich schließen lässt, dass der Tansteiner Felsen bereits früh bebaut gewesen sein musste. Viele Quellen gehen demnach davon aus, dass Tanstein die älteste Burg auf dem Schlossberg ist.

Die Burg Tanstein wurde auf den zwei südwestlichen Felsen des Schlossberges errichtet – einem West- und Ostfelsen. Als der damalige Besitzer der westlichen Burganlage Johann III. von Dahn Anfang des 14. Jahrhunderts die östliche Burg aufkaufte, wurde damals die Burg auf dem Ostfelsen bereits als „alt“  bezeichnet. Dies lässt auf eine frühe Bebauung des Ostfelsens schließen. 1346 erschien in den Quellen erstmals ein gemeinsamer Name für die Burg Tanstein: Burg Dankenstein.

1353 wurden alle Dahner Burgen sowie die wenige Kilometer weit entfernte Burg Neu-Dahn zu einer Einheit zusammengefasst. Nach dem Tod Johann III. gelangte die Tanstein in den Besitz seines Sohnes, der ein Anhänger Franz von Sickingens war. Auf Grund der „Parteizugehörigkeit“ wurde er im Zuge eines Teilungsvertrags enteignet. Erst 1544 durfte die Burg den Dahner Herren zurückgegeben werden. Eine Rückgabebedingung war, dass keine weiteren größeren Befestigungen mehr errichtet werden durften und neben dem Unterhalt auch die Kosten für den Ausbau durch den Bischof, der zwischenzeitlich Besitzer der Burg war, übernommen werden musste.

Im 16. Jahrhundert war Tanstein lange besetzt, was zu einer Verarmung des Dahner Geschlechts führte und die Dahner Lehen 1571 erneut vom Bischof zu- und aufgeteilt wurden. Nachdem Anfang des 17. Jahrhunderts auch der letzte männliche Dahner Erbe verstarb, zog das Hochstift Speyer die Burgen ein. Die Burgen blieben von da an unbewohnt und verfielen.

Im 16. Jahrhundert begann, wie auf Burg Altdahn, der Verfall der Burg Tanstein und bereits 100 Jahre zuvor auf Burg Grafendahn, wodurch das Burgenmassiv unbewohnbar wurde. Nichtsdestotrotz lieferten die Burgruinen auf dem Schlossberg bis ins 20. Jahrhundert Schutz vor kriegerischen Angriffen. 

Baubeschreibung

Die Burgruine Tanstein erstreckt sich über die beiden westlichen Felsen der Dahner Burgengruppe. So wie die anderen beiden Dahner Burgruinen, sind auch hier die Unterburgen in den Fels gebaut. Tanstein ist somit ebenfalls eine für den Wasgau typische Felsenburg. Durch starke Zerstörungen in den letzten Jahrhunderten ist fast kein original erhaltenes Mauergestein mehr zu sehen.

Da Tanstein auf zwei Felsen errichtet wurde, macht es den Eindruck als seien es zwei selbständige Burganlagen. Lediglich eine Brücke verband den Ost- und den Westfelsen miteinander. Grafendahn und der Ostfelsen Tansteins sind dagegen durch einen schmalen Felsen miteinander verbunden. Diese Aufteilung lässt darauf schließen, dass Tanstein einst zeitlich unterschiedliche Besitzer hatte.

Der Ostfelsen: Bei Ausgrabungen im 20. Jahrhundert wurden die Unterburg sowie die umgebenden Gebäude freigelegt. Im Mittelalter konnte die Oberburg lediglich über einen umständlichen Treppenzugang von außen bestiegen werden. Heute ist die Oberburg aufgrund des schweren Zuwegs nicht mehr zugänglich. Auf der Plattform der Oberburg befindet sich eine über 30 Meter tiefe Zisterne.

Westfelsen: Die Burganlage im äußersten Westen der Burgengruppe lag strategisch am günstigsten, da man von dort einen perfekten Blick über die Täler und die Wege hatte. Funde von Kaminüberresten bei archäologischen Ausgrabungen lassen vermuten, dass dieser Teil der Burg bewohnt wurde.

Ebenso wie im Ostfelsen ist die hiesige Unterburg erst in den 1980er Jahren freigelegt worden. Die ursprüngliche Gebäudeaufteilung lässt sich heute leider nicht mehr nachvollziehen. Die glatten Mauerwände lassen auf einige Renovierungsarbeiten im letzten Jahrhundert rückschließen. Weitere interessante Details sind die kleine Zisterne sowie die Reste eines Eisenerzschmelzofens.

Renovierung und Erhaltung

Erst in den 1980er Jahren wurden die Unterburgen des Ost- und Westfelsens freigelegt. Weite Teile der Mauerwerke sind nicht mehr erhalten, weshalb ganze Gebäudeaufteilungen nicht mehr ersichtlich sind.

Die Dahner Burgengruppe steht unter Denkmalschutz (Generaldirektion Kulturelles Erbe – Kreis Südwestpfalz, S. 11) und wird von der Organisation „Burgen-Schlösser-Altertümer Rheinland-Pfalz“ verwaltet und betreut.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Burgengruppe liegt östlich oberhalb von Dahn. Eine ausgeschilderte Zufahrt führt zu den Parkplätzen unterhalb der Burg. Von dort aus sind die Burgen nur 10 Minuten zu Fuß entfernt.

Literaturverzeichnis

  • Bartsch, S. und Bieker J. (1984). Vom Trifels zum Hambacher Schloß. Burgen im Pfälzer Wald. Harenberg.
  • Burgenverein Dahn e. V. (Hrsg.) (1979). Burgengruppe. Altdahn, Grafendahn, Tanstein. Verfasst von: Thelen, K. Th. und Schultz, A. o.O.
  • Goetze, J. (1991). Burgen in der Pfalz Heidelberg.
  • Keddigkeit, J., Burkhart, U. und Übel, R. (Hrsg.) (2007). Pfälzisches Burgenlexikon Band 1 bis 4.2. Im Auftrag des Institus für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern.
  • Pohlit, P. (1994). Die Dahner Schlösser. In: Übel, R.; Der torn soll fren stehn. Burgen im Landkreis Pirmasens. Lingenfeld.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 8“ 59′ N, 7° 48“ 5′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
vor 1328 - 1550

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