Burgruine Stauf bei Eisenberg

Alternative Bezeichnungen: Castellum Stoufenburc

Die Burgruine Stauf ist eine dreiteilige Höhenburg in Spornlage auf dem kegelförmig ins Eisbachtal vorspringenden und 327 Meter über NN hohen Schloßberg (Kühberg). Die einstige Burg wurde vermutlich zu Beginn des 11. Jahrhunderts errichtet. Nach mehrfachen Besitzerwechseln wurde die Burg schließlich im Bauernkrieg (1524-26) beschädigt und im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) verlassen und zerstört.

Geschichte

Die Burg Stauf wird erstmals im Jahr 1012 in einer Handschrift des Klosters Hornbach erwähnt. In dieser heißt es, dass der auf „Stoufenburc“ verstorbene dreijährige Sohn von Herzog Konrad nach Hornbach überführt wurde, um dort bestattet zu werden. Bei diesem Sohn handelte es sich wahrscheinlich um den um 1010 verstorbenen Wolfram – also der Sohn des salischen Herzogs Konrad von Kärnten (975-1011). Es lässt sich somit ableiten, dass die Burg sehr wahrscheinlich im 11. Jahrhundert entstand und in enger Beziehung zu den Saliern stand. Die frühen Eigentumsverhältnisse an der Burg sind allerdings unbekannt.

Erst in den letzten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts ist die Burg wieder in den Schriftquellen fassbar. 1173 wurde ein Ulrich von Stauf (de Stouphen) und 1187 ein Albert von Stauf (de Stoupho) erwähnt, die höchstwahrscheinlich die Burgmannen waren.

Im Jahr 1238 kam es aufgrund der Heirat von Agnes von Eberstein mit dem Grafen Heinrich II. von Zweibrücken (?-1284) zu einem bedeutenden Herrschaftswechsel. Burg und Herrschaft Stauf waren von nun im Besitz der Zweibrücker. Das Ehepaar entschied sich im Jahr 1282 zum Verkauf der Burg, allerdings mit der Vereinbarung auf Rückkaufrecht. Von diesem Rückkaufrecht machte Anfang des 14. Jahrhunderts ihr Sohn Graf Eberhard I. Gebrauch, sodass der Besitz wieder in Zweibrücker Händen war.

Über Jahrzehnte hin hatten die Zweibrücker finanzielle Probleme. Im Jahr 1378 entschieden sich Graf Eberhard II. von Zweibrücken (1339-1394) und seine Frau für den Verkauf einer Burghälfte an ihren Verwandten Graf Heinrich II. von Sponheim (1330-1393). Im Jahr 1388 erwarb der Graf von Sponheim auch noch die zweite Hälfte, wodurch die Burg Stauf nun komplett in Sponheimer Händen war. Nach dem Tod des erbenlosen Grafen Heinrich II. von Sponheim fiel seine Herrschaft an den Grafen Philipp I. von Nassau-Saarbrücken (1368-1429). Nach dessen Tod erbten seine zwei Söhne den Besitz.

Im Jahr 1525 zerstörte ein Heer im Bauernkrieg (1524-26) die Burg Stauf. Ob die Burg danach wieder aufgebaut wurde, ist ungewiss. Nachdem die Burg allerdings im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) komplett zerstört wurde, wurden ihre Steine als Baumaterial für den Wiederaufbau der umliegenden Bauernhäuser verwendet. Die Burgruine blieb bis zum Ausbruch der Französischen Revolution im Jahr 1792 im Besitz des Hauses Nassau. Zwischen 1871 und 2000 war sie im Besitz des Historischen Vereins Rosenthal. Seit 2000 ist die Stadt Eisenberg Eigentümer der Ruine.

Die Burg Stauf ist ein eingetragenes Kulturdenkmal.

Baubeschreibung

Die unmittelbar südlich der Ortsmitte gelegene Burgruine liegt am Ende eines hochgelegenen Bergsporns und ist dreigeteilt. Jedoch sind von der Gesamtanlage nur noch karge Reste der Mittel- und Hauptburg sichtbar. Das Areal der Vorburg am Rande des Ortes wurde in den 1960er Jahren vollkommen abgetragen und mit modernen Gebäuden überbaut. Früher begrenzte eine Ringmauer die Vorburg zum Dorf. Dort befand sich auch der Hauptzugang zur Burg – ein von halbrunden Mauertürmen flankiertes Tor.

Von der mittleren Anlage ist vor allem noch aufgehendes Mauerwerk eines ehemals großen Gebäudes sichtbar, das sich an die östliche Ringmauer anlehnte. Es weist eine Mauerstärke von circa zwei Metern auf. Die an der Feldseite noch wohlerhaltene Mauer erreicht eine Höhe von etwa sechs Metern. Im Innern weisen die erhaltenen Mauerzüge regelmäßiges Schichtmauerwerk aus roten Buntsandsteinen mit eingearbeiteten Ziegelstücken auf. Zur Sicherung des Bestandes hat man die Mauerkronen teilweise mit Betonabdeckungen versehen. Die Forschung datiert das erhaltene Mauerwerk der Mittelburg einheitlich an das Ende des 13. oder in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts.

Im äußersten Süden der Gesamtanlage befand sich die Kernburg. Von der hochmittelalterlichen Anlage ist heute fast kein aufgehendes Mauerwerk mehr sichtbar, da sie 1934 dem Bau einer „Thingstätte“ zum Opfer fiel. Die Kernburg ist durch einen breiten und früher mehr als sieben Meter tiefen Halsgraben von der Mittelburg getrennt und geschützt. Den Zugang zur Kernburg gewährleistete eine Brücke. Die Gestalt und Formate der Quader des Toreingangs verweisen auf eine Entstehung im späten 13. oder frühen 14. Jahrhundert. Vom circa 2,20 Meter breiten Tor beeindrucken die beiden abgeschrägten Gewände sowie der Balkenkanal beziehungsweise sein gegenüberliegender Anschlag.

Von der Nordostecke der Kernburg ausgehend verläuft entlang der östlichen Bergflanke eine Ringmauer. Auf der West- und der Südseite ist diese Mauer abgegangen. Vermutlich gab es neben dieser Ringmauer noch eine zweite umlaufende „äußere“ Ringmauer, welche etwas tiefer im Berghang stand.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Stauf ist ein westlich gelegener Ortsteil der Stadt Eisenberg (Pfalz) im Donnersbergkreis. Die Burgruine Stauf ist bereits ab Eisenberg ausgeschildert und gut mit dem PKW erreichbar. Von der Hauptstraße ist die Burg nach wenigen Gehminuten in südlicher Richtung erreicht.

Mehr Informationen über die Burgruine Stauf finden Sie unter kuladig.de.

(nach Jürgen Keddigkeit, Bezirksverband Pfalz, 2019)

Literaturverzeichnis

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Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 32“ 58′ N, 8° 1“ 36′ O

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    Beginn des 11. Jahrhunderts

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