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Burgruine Otterburg bei Otterberg

Die Otterburg auf dem Schlossberg bei Otterberg wurde vermutlich im 10. Jahrhundert errichtet. Urkundlich erwähnt wurde sie allerdings erst im Jahr 1143. Die Burg wurde wahrscheinlich von den Saliern erbaut und lag somit inmitten des staufischen Machtgebiets von Kaiserslautern, was wiederum zu Kämpfen und Auseinandersetzungen führte.
Im Jahr 1145 wurde auf der Burg das Kloster Otterberg gegründet, welches über 100 Jahre später ins nahe gelegene Tal unterhalb des Schlossbergs verlegt wurde.

Geschichte

Die frühe Geschichte der Otterburg, insbesondere ihre Gründung und ihr Schicksal sind vollkommen ungewiss. Die urkundliche Überlieferung setzt erst 1143 mit einem Schriftstück des Mainzer Erzbischofs Heinrich I. von Wartburg, ein. Damals überließ der Erzbischof dem Abt Ruthard vom Zisterzienserklosters Eberbach im Rheingau die Kirche in der alten Burg Otterburg zur Gründung eines (Tochter-)Klosters. Zu diesem Zeitpunkt muss die Burg bereits also schon seit Längerem existiert haben.

Man geht davon aus, dass die Burg auf Initiative der Salier im 10. Jahrhundert errichtet worden sein muss. Dies begründet man mit der geopolitischen Lage der Burg nördlich des staufischen Machtzentrums Kaiserslautern. Die Otterburg war also fast komplett vom Reichsland umschlossen. Außerdem sind manche Fachleute der Ansicht, dass auch die Größe der Burg und die Befestigungsart auf die karolingisch-ottonische Zeit, also das 10. Jahrhundert, hinweisen.

Kirchenrechtlich zählte das stark umkämpfte Gebiet inmitten des staufischen Machtgebiets Kaiserslauterns in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts zum Erzbistum Mainz. Die Bischöfe waren Gegner der Staufer. Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken (Amtszeit: 1111–1137) war sogar Kopf einer Adelsverschwörung gegen Kaiser Heinrich V. In diesem Zusammenhang war es zu Auseinandersetzungen im Lauterer Reichsland, sicherlich auch im Raum Otterberg, gekommen. Adalbert ging 1112 als Verlierer heraus und wurde für drei Jahre inhaftiert. Dies bedeutete den Verlust der Vormachtstellung des Saarbrücker Grafenhauses – den Verwandten Adalberts – im heute pfälzischen Raum und den Rückzug aus einer unhaltbar gewordenen Position.

Ein enger Parteigänger von Adalbert wollte seinen Besitz an der Otterburg loswerden, indem er die unhaltbare, aufgelassene und entfestigte Otterburg umfunktionierte und im Jahr 1145 ein Kloster gründete. So blieb dem Erzbistum wenigstens noch der kirchenrechtliche Zugriff. Diese Umwidmung war auch erfolgreich, denn eventuelle militärische oder wirtschaftliche Gegenmaßnahmen blieben aus.

Bis das Kloster und die Abteikirche im Tal fertig gestellt wurden, diente die alte Burganlage den Mönchen als Ausweichquartier. Erst über 100 Jahre später, im Jahr 1254, wurde die Klosterkirche eingeweiht. Die Burg diente für den Bau des Klosters als Steinbruch. Auf diesen Zusammenhang verweisen die zahlreich in den Fundamenten der Klosterkirche vermauerten Buckelquader.Eine Burg wurde dementsprechend in den nachfolgenden Jahrhunderten nicht mehr erwähnt. Lediglich in der Pfarrbeschreibung der Protestantischen Pfarrei Otterberg aus dem Jahre 1866 wird ohne weiteren Beleg behauptet, die Burg sei endgültig 1680 zerstört worden.

Baubeschreibung

Aufgrund ihrer Größe und der Art der Befestigung, gehen Experten davon aus, dass die Burg eine karolingisch-ottonische (Mitte 10. Jahrhundert – Anfang 11. Jahrhundert) Wehranlage aus dem 10. Jahrhundert ist. Diese Behauptung steht entgegen vieler anderer Vermutungen, dass die Burg aus der Salierzeit (11. Jahrhundert – Mitte 13. Jahrhundert) stammt.

Sie wurde auf einem 170 Meter langen und maximal 80 Meter breiten Plateau errichtet. Dieses Plateau ist durch einen circa fünf Meter breiten Abschnittsgraben vom rückwärtigen Gelände abgegrenzt.

Von der Burganlage ist fast nichts mehr zu sehen. Heute befinden sich dort fast durchgängig Acker- und Gartenterrassen. Ende des 18. Jahrhunderts beschrieb Johann Goswin Widder noch sichtbare Grundmauerreste, die wahrscheinlich mit einigen seit 1939 freigelegten Mauerzügen auf der Plateaufläche identisch sein dürften.

Bei Bauarbeiten wurden 1963/64 am südöstlichen Hangbereich zwei Mauerzüge freigelegt, welche um einen Meter versetzt sind. Der eine ist zwei Meter, der andere 27 Meter lang.

Die gegen den Hang gestufte Mauer besaß einen Fundamentsockel mit zwei Quaderlagen und war 1964 noch bis zu 1,25 Meter hoch. Es könnte sich um ein Teilstück der zu vermutenden Ringmauer handeln.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Überreste der Otterburg liegen auf dem 324 Meter hohen Schlossberg unmittelbar östlich der Stadt Otterberg im Landkreis Kaiserslautern. Die Burgruine ist über die Zuwegung „Schlossberg“ erreichbar.

Mehr Informationen über die Burgruine Otterburg finden Sie unter kuladig.de.

(nach Jürgen Keddigkeit, Bezirksverband Pfalz, 2018)

Literaturverzeichnis

  • Bernhard, Helmut; Barz, Dieter / Böhme, Horst W. (Hrsg.) (1991). Frühe Burgen in der Pfalz. Ausgewählte Beispiele salischer Wehranlagen. In: Burgen der Salierzeit, Teil 2, S. 137, Sigmaringen.
  • Graf, Hermann (1961). War der Salier, Graf Otto von Worms, Herzog von Kärnten, (955-1004), unter Ausnützung der Schwäche der Reichsregierung ein Raffer von Reichsland und ein Räuber von Klostergut? In: Blätter für pfälzische Kirchengeschichte und religiöse Volkskunde, S. 45-60, o.O.
  • Kaiser, Karlwerner (1969). Die Otterburg bei Otterburg. In: Jahrbuch zur Geschichte von Stadt- und Landkreis Kaiserslautern 7, S. 9-14, o.O.
  • Kaller, Gerhard (1965). Wer gründete das Zisterzienserkloster Otterberg? In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 113, S. 436-441, o.O.
  • Karch, Hermann (1979). Zu den Ausgrabungen auf dem Gelände der ehemaligen Otterburg. In: Heimatkalender für Stadt- und Landkreis Kaiserslautern 20, S. 72-75, o.O.
  • Keddigkeit, Jürgen; Burkhart, U.; Übel, Rolf (2007). Pfälzisches Burgenlexikon. 4.1. O-Sp. S. 97-102, Kaiserslautern.
  • Widder, Johann G. (1788). Versuch einer vollständigen Geographisch-Historischen Beschreibung der Kurfürstlichen Pfalz am Rheine. Teil 4. S. 222, Frankfurt am Main/Leipzig.
  • o.A. (1942). Die Kunstdenkmäler von Stadt und Landkreis Kaiserslautern. In: Die Kunstdenkmäler von Bayern, Regierungsbezirk Pfalz, Band 9, S. 412, München.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 30“ 16′ N, 7° 46“ 28′ O

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    Beginn vermutlich 10. Jahrhundert

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