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Burgruine Altenburg bei Theisbergstegen

Alternative Bezeichnungen: Burg Deinsberg

Die Altenburg war einst der Sitz der Ritter von Deinsberg, weshalb man davon ausgeht, dass sie Burg einst den Namen „Burg Deinsberg“ trug.Ab 1317 waren die Grafen von Veldenz im Besitz der Burganlage. Im Laufe des 15. Jahrhunderts kam es höchstwahrscheinlich zur Zerstörung der Burg. Sie wurde verlassen und nicht wieder aufgebaut.

Geschichte

Die Anfänge der Burg sind vollkommen unbekannt. Wann und von wem sie errichtet wurde, ist bis heute ungeklärt. Theisbergstegen bestand im Mittelalter aus den zwei getrennten Orten Stegen und Deinsberg. Zwischen diesen befand sich die Grenze zwischen dem Remigiusland, zu welchem auch Stegen gehörte, und dem Reichsland des Kaisers Friedrich I. Barabarossa. Da Barbarossa in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts zur Sicherung seines Reiches an den Grenzen zahlreiche Burgen errichten ließ, schätzt man den Beginn der Altenburg ebenfalls auf etwa die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts. Friedrich Sprater ging 1952 aufgrund von archäologischen Befunden davon aus, dass die Ursprünge bereits im 11. Jahrhundert liegen müssen. Doch auch für diese These fehlen bauhistorische oder urkundliche Belege.

Früher wurde die Burg wahrscheinlich „Burg Deinsberg“ genannt, denn es war üblich, dass sich die Burgherren und Ritter stets nach ihrem Wohnsitz nannten. Wahrscheinlich waren es Angehörige eines Reichsministerialengeschlechts, das sich nach der Burg benannte. Urkundlich wird mit Anselm von Deinsberg („Anselmus de Denisberg“) im Jahr 1219 erstmals ein solcher Ministeriale und damit indirekt die damals bereits bestehende Burg erwähnt.

Seit Mitte des 13. Jahrhunderts kam es bereits zu ersten Verpfändungen an die Grafen von Veldenz. Ab 1317 waren die Veldenzer endgültig im Besitz der Reichspfandschaft und des Amtssitzes Deinsberg. Die Herren von Deinsberg schieden somit nach und nach aus dem Reichsamt aus, wodurch sich auch ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit verringerte. Die Angehörigen des Geschlechts von Deinsberg waren daher in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts vor allem als Bedienstete der Grafen von Veldenz tätig.

Wie über die Anfänge der Burg, ist auch über das weitere Schicksal der Burg Deinsberg wenig bekannt. Allgemein wird angenommen, dass die Burg Deinsberg spätestens im Laufe des 15. Jahrhunderts zerstört, nicht wieder aufgebaut oder aufgelassen worden ist. Selbst ihr eigentlicher Name geriet im Laufe der Zeit in Vergessenheit. Sie wurde vor allem im 18. und 19. Jahrhundert als „Altenburg“ bezeichnet. Heute ist sie unter beiden Namen bekannt.

Die Grundmauern des Torturms sind noch erhalten und dienten Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts als Fundament für eine Hütte. Im Jahr 1931 folgte eine Nachfolgerhütte, die vom örtlichen Gesangsverein erbaut wurde. Sie wurde liebevoll „Lusthäuschen“ genannt, da sie an den Sonn- und Feiertagen bewirtschaftet wurde und bis zum Zweiten Weltkrieg ein beliebtes Ausflugsziel war.

Baubeschreibung

Die Burgruine befindet sich auf einem 50 Meter langen, nach drei Seiten abfallenden Felsrücken auf einem westlichen Ausläufer des Potzberges. Heute ist das Gelände stark bewachsen und die Überreste befinden sich unter viel Trümmerschutt. Dennoch sind drei Ebenen zu erkennen:

  • eine Kernburg auf den zwei Felsen,
  • eine tiefer gelegenen Unterburg,
  • ein oder zwei größere Gebäude im östlichen Taleinschnitt.

Der heutige und wohl auch frühere Zugang zur Burg führte östlich des Burgfelsens durch einen tiefen Taleinschnitt. Zwischen dem Zugangsweg und dem steilen Osthang befinden sich die Grundmauern eines quadratischen Bauwerks mit einer vorgelagerten Ummauerung. Ob dieses Haus, das vermutlich wirtschaftlichen Zwecken diente, innerhalb oder vor der eigentlichen Burganlage lag, ist nicht zu sagen.

Nur wenige Meter hinter diesem Komplex biegt der Weg rechtwinklig nach Westen ab und führt durch einen künstlichen Einschnitt zur höher gelegenen Kernburg. Parallel zum Steilhang verlief ein Mauerzug, der möglicherweise mit der östlichen Umfassungsmauer identisch ist. Wenige Meter weiter führt der Burgaufgang in einen künstlich geschaffenen Graben. Dieser trennt den Felsgrat von der Kernburg. Der Graben ist heute mit Steinen zu einem Weg gesetzt. Er führte in die westliche Unterburg, deren äußere Begrenzungen nur noch schwer zu erkennen sind.

Die eigentliche Kernburg stand auf den zwei Felsen, die durch einen Einschnitt getrennt sind. Auf dem Felsen über dem Halsgraben befand sich ein quadratischer Torturm (ca. 6 x 6 Meter).

Dieser sollte den Zugangsweg durch den Graben sowie das Hauptgebäude auf dem dahinterliegenden Felsen schützen.

Auf dem zweiten Felsen befand sich wahrscheinlich der Wohnturm. Er war mehr als doppelt so groß wie der Torturm. Zwischen dem Torturm und dem Wohnturm liegt ein Einschnitt, in dessen Mitte sich ein verstürzter trichterförmiger Hohlraum befindet. Möglicherweise diente er ursprünglich als Tankzisterne, die die Wasserversorgung von Burg Deinsberg gewährleistete.

Nördlich des Wohnturms verlief halbkreisförmig eine Ummauerung, die sich teilweise auf der Ostseite andeutungsweise verfolgen lässt.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Auf einem westlichen Ausläufer des Potzberges bei der Gemeinde Theisbergstegen im Walddistrikt „An der Altenburg“ befinden sich die Reste der Burg. Die Altenburg wurde auf einem Felssporn 374 Meter über NN erbaut. Die Burg wie auch die gleichnamige Siedlung Theisberg hatten den ursprünglichen Bergnamen Deinsberg (heute Potzberg) übernommen.Man erreicht die Burg vom Parkplatz bei der „Buchwaldhütte“ des Pfälzerwaldvereins auf markiertem Wanderweg (Blauer Punkt) nach ca. 20 Minuten. Die Burgstelle befindet sich südlich (rechts) des Wegs.

Mehr Informationen über die Burgruine Altenburg finden Sie unter kuladig.de.

(nach Jürgen Keddigkeit, Bezirksverband Pfalz, 2018)

Literaturverzeichnis

  • Christmann, Ernst (1964). Die Siedlungsnamen der Pfalz. Teil 2. (Veröffentlichungen der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften.) Teil 2, S. 33, Speyer.
  • Fabricius, Wilhelm (1914). Die Herrschaften des unteren Nahegebietes. Der Nahegau und seine Umgebung. In: Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, Bd. 12/6 S. 26, 72 u. 249-251, Bonn.
  • Häberle, Daniel (1909). Burgruine Deinsberg bei Theisbergstegen. In: Pfälzische Geschichtsblätter 5, 5, S. 84-86, o.O.
  • Keddigkeit, Jürgen; Burkhart, Ulrich; Übel, Rolf (Hrsg.) Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde (Hrsg.) (2007). Pfälzisches Burgenlexikon. Band 1. (Beiträge zur pfälzischen Geschichte 12,4,2.) Bd. 1, S. S. 375-378, Kaiserslautern.
  • Kleinschmidt, Fritz (1957). Theisbergstegen (Kusel). In: Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz, 55, S. 62 f, o.O.
  • Zenglein, Dieter (1992). "Am Densberg in des Richs Lande". Beiträge zur älteren Geschichte von Theisbergstegen und seiner Peters-Kirche. In: Westricher Heimatblätter 23, 23, S. 179-183, o.O.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 31“ 6′ N, 7° 27“ 30′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
vermutlich zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts

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