Burgruine Diemerstein

Die Burg Diemerstein befindet sich oberhalb des Glasbachtals in Spornlage auf einem steil abfallenden Felsplateau. Sie wurde erstmals 1248 urkundlich erwähnt. Wahrscheinlich wurde die Burg von den Grafen von Leinigen erbaut und entwickelte sich im Laufe des 14. Jahrhunderts zur Ganerbenburg. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde der Diemerstein zerstört und danach nicht wieder aufgebaut.

Geschichte

Das Erbauungsjahr und der Name des Erbauers sind nicht belegt. Erstmals wird 1216 Rudegar von Dimarstein erwähnt, der sich möglicherweise nach der Burg benannte. Im Jahr 1248 wurde die Burg Diemerstein erstmals urkundlich erwähnt. Dementsprechend ist die Erbauung der Burg zu Beginn des 13. Jahrhunderts sehr wahrscheinlich. Zur Burg gehörten die Dörfer Fischbach und Diemerstein, eine Mühle unterhalb der Burg am Glasbach und ein großer Waldbezirk.

Ende des 14. Jahrhunderts geriet der Besitzer der Burg, Raugraf Phillipp (1361-1397) in wirtschaftliche Schwierigkeiten und war gezwungen ab 1392 Teile der Burg zu verpfänden. So entwickelte sich die Burg zur Ganerbenburg, was bedeutet, dass die Burg im Besitz zahlreicher Adeliger war. Raugraf Phillipps Sohn übergab schließlich im Jahr 1401 sein ihm gehöriges restliches Viertel als Mitgift an seinen Schwager Phillipp von Daun. Neben ihm wurden sieben weitere Anteilseigner genannt, die einen Burgfrieden schlossen. So besaßen die Kurpfälzer im Jahr 1456 drei Viertel der Burg. Das verbliebene Viertel der Burg ging Ende des 15. Jahrhunderts in Form einer Mitgift an Hans Bonn von Wachenheim über. Im Jahr 1527 übergaben die Kurpfälzer schließlich ihren drei Viertel großen Anteil als Lehen an Hans Bonn von Wachenheim. Zusammen mit seinem Anteil war er bis zu seinem Tod alleiniger Besitzer der gesamten Burg und Herrschaft Diemerstein.

Im 17. Jahrhundert schieden die Herren Bonn von Wachenheim jedoch endgültig als Anteilseigner und Lehnsnehmer an Burg Diemerstein aus, denn 1618 kaufte Kurfürst Friedrich V. (1596-1632) die Burg für seinen Bruder Herzog Ludwig Phillipp von Pfalz-Simmern (1602-1655). Dieser hatte allerdings nur kurze Freude an seinem Besitz, denn bereits 1621 besetzten spanische Truppen im Dreißigjährigen Krieg den Diemerstein. Etwa ein Jahr später zogen diese wieder ab. Das weitere Schicksal der Burg bleibt unbekannt. Es wird angenommen, dass die Burg noch während des Kriegsgeschehens 1635 zerstört wurde. Sie wurde nicht wieder aufgebaut und fiel an die Kurpfalz zurück.

Ein neuer Abschnitt begann, als der königliche Baurat und Erbauer der Ludwigsbahn Paul Camille von Denis (1795-1872) die Burg in den 1840er Jahren erwarb. Am Fuß der Burg ließ er ein Herrenhaus (Villa Denis) errichten und ließ den umliegenden Wald zu einem Park umgestalten, in dem die Burgruine in das Ensemble integriert wurde. Der Park ist heute nur noch ansatzweise erkennbar.

Baubeschreibung

Die Burganlage besteht aus einer älteren Oberburg sowie eine den Felsen zu drei Seiten umgebenden jüngeren Unterburg. Sie wirkt aufgrund ihrer Lage auf dem Felsvorsprung, den hohen Bergfried und die weiteren zahlreichen Überreste sehr eindrucksvoll.

Von der Unterburg ist weitaus weniger erhalten, als von der Oberburg, denn im 19. und 20. Jahrhundert wurde ein Teil der Unterburg bei der Umgestaltung eingeebnet. Am Südhang der Unterburg sind die Reste eines ehemaligen Flankierungsturmes sowie der Zwingermauer zu sehen. An der Südostseite stand vermutlich ein mehrstöckiges Wohngebäude. Fundamentreste, Balkenlöcher und einige Treppenstufen deuten darauf hin. Ein Teil der Ringmauer sowie ein Felsgang, der den Felsen von Süden nach Norden durchschneidet sind an der Nordseite zu erkennen. Nicht weit davon entfernt befindet sich eine in den Felsen eingelassene eiserne Tür. Über eine von Paul Denis dort erbaute Wendeltreppe gelangt man so von der Unterburg zur Oberburg. Die Eisentür ist allerdings verschlossen, sodass nur eine Besichtigung der Zwingeranlage möglich ist.

Die Westseite der Oberburg war aus topographischen Gründen die Hauptangriffsseite. Aus diesem Grund wurde dort im 13. Jahrhundert der quadratische Burgfried errichtet. Heute befindet sich der Eingang zum Turm im tonnengewölbten Untergeschoss. Dieser wurde erst im 19. Jahrhundert von Paul Denis angelegt. Der Originaleingang befand sich im ersten Obergeschoss an der Nordseite. Zu drei Seiten umgibt den Bergfried eine schützende Bruchsteinmauer, die heute noch eine beträchtliche Höhe aufweist. Die Mauer mit Zinnen und Bogenfries, die die Oberburg umläuft stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Neben der Mauer bot ein vorgelagerter Halsgraben, der heute noch ansatzweise erkennbar ist, der Burg Schutz. Von der Oberburg sind außerdem ein in den Felsen getriebenes Kellergeschoss eines ehemaligen Wohnbaus, eine rundbogige Tür sowie ein runder und ehemals dreigeschossiger Treppenturm aus dem 16. Jahrhundert erhalten. Am Turm kann man ein gotisches Türgewände, zwei Fenster und Schießscharten erkennen. Die Funktion des Turmes war die Verbindung eines schmalen westlichen Wohnbaus und der ehemals größeren östlichen Bebauung.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Burgruine steht in Diemerstein nahe bei Frankenstein im Landkreis Kaiserslautern. Die Anlage befindet sich etwa 600 Meter nördlich der Bundestraße 37 zwischen Kaiserslautern und Neustadt. Folgt man der Straße in Richtung Diemerstein führt wenige Zehnermeter westlich der Villa Denis ein kleiner Weg den Berg hinauf. Dieser führt nach fünf Minuten Fußweg direkt zur Burg.

Literaturverzeichnis

  • Keddigkeit, Jürgen; Burkhart, Ulrich; Übel, Rolf (Hrsg.) Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde (Hrsg.) (2007). Pfälzisches Burgenlexikon. Band 1. (Beiträge zur pfälzischen Geschichte 12,4,2.) S. 380-394, Kaiserslautern.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 26“ 39′ N, 7° 57“ 42′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
vor 1248

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