Burgruine Löwenstein bei Niedermoschel

Alternative Bezeichnungen: Burg Lewenstein

Die Burgruine Lewenstein befindet sich etwa 300 Meter nördlich von Niedermoschel im Donnersbergkreis. Sie liegt auf einem Hügel in einem Seitental der Moschel. Mauerreste sind auf dem Hügelplateau zu finden sowie Gebäudereste des sogenannten Ritterhauses unterhalb des Hügels.

Geschichte

Die Anfänge der Burg sind nicht bekannt. Der Ursprung der Burg könnte mit dem Erzbergbau am südwestlich der Burg gelegenen Seelberg in Verbindung gestanden haben. Hierfür gibt es allerdings keine schriftlichen Belege. Der Name „Lewenstein“ wird erstmal im Jahr 1227 unter „dominus Emercho de Lewenstein“ verwendet. Bei den Erbauern der Burg handelt es sich wahrscheinlich um das ehemalige Ministerialengeschlecht der Lewensteiner. Der erste belegbare Vertreter des Adelsgeschlechts war Emmerich (I.) von Lewenstein. Seine Söhne standen im Dienst des Pfalzgrafen Otto II. von Wittelsbach, was auf ein hohes gesellschaftliches Ansehen hinweist. Sie wurden sogar als „adelige Herren“ bezeichnet. Eine These besagt, dass die Burg möglicherweise ihren Namen vom Wappentier seiner Besitzer, nämlich dem Löwen hat. Andersherum könnte die Burg auch die Idee für die Ausprägung des Wappens der Lewensteiner geliefert haben. Nicht sicher belegt werden kann die These, dass die Lewensteiner „Vasallen und Burgleute“ der Grafen von Veldenz gewesen seien und die Burg Lewenstein zum Schutz der nur wenige Kilometer entfernten Landsburg errichtet worden ist.

Erstmals nachweislich erwähnt wird die Burg Lewenstein schließlich im Jahr 1275, als Emmerich und Wolfram von Lewenstein zu den Lehensleuten des Grafen Heinrich (I.) von Veldenz wurden. Letzterer spricht bei dem Lehen auch vom „Schloss Lewenstein“.

Eine Schenkung von zwei Rindern nach dem Tod Wolframs im Jahr 1296 lässt vermuten, dass auf der Burg Landwirtschaft betrieben wurde. Unterhalb des Burgbrunnens existierten außerdem ein Acker und eine Wiese.

Für die Jahre 1362/63 ist belegt, dass sich bereits mehrere Gemeiner die Burg teilten, die auch das Gericht in Niedermoschel besaßen. So muss die Burg Anfang des 14. Jahrhunderts unter drei oder mindestens unter zwei Linien der Familie Lewenstein aufgeteilt gewesen sein. Ein Teil war Lehen der Grafen von Veldenz, ein anderer war im Besitz von Johann von Lewenstein.

Im Jahr 1429 verliehen die Lewensteiner dem Grafen von Veldenz und dem Juden Salman ein zur Burg gehörendes Gebiet am Seelberg, um dort nach Erzen zu schürfen. Gleiches erlaubten die Lewensteiner im Jahr 1441 dem Grafen von Veldenz-Sponheim. Diese beiden Vorgänge belegen spätestens ab dem 15. Jahrhundert den Erzbergbau am Seelberg.

Aufzeichnungen von (Hans) Bernhard von Lewenstein beschreiben, dass die Burg Lewenstein während des Bauernkriegs (1524-1526) im Jahr 1525 zerstört worden und danach auch nicht wieder aufgebaut worden sei. Dennoch wird die Burg mindestens noch zwei Mal, nämlich 1543 und 1570 als Lehen vergeben. Eine 1604 verfasste und 1754 überlieferte Abschrift des Geometers Johann Hoffmann beschrieb den Zustand der Burg. Die Ringmauer und Türme seien zu diesem Zeitpunkt noch zu sehen, aber die Anlage auf dem Plateau fast völlig zerfallen gewesen. Ob der Burg eine weitere Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) sowie im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) widerfahren ist, kann nicht schriftlich belegt werden.

Heute steht die Burg im Eigentum der Gemeinde, sie wurde von der Obermoschler Kirchenschaffnei vor Jahren erworben und das Gelände sollte eigentlich mit einem Weinberg bepflanzt werden, wie dies vor 1935 der Fall war, was allerdings bis heute noch nicht geschehen ist.

Baubeschreibung

Die ehemalige Gipfel- bzw. Spornburg bestand aus einer Anlage auf dem Hügelplateau sowie einer Unterburg. Heute sind nur noch Reste eines Wohnturms auf dem Hügel und eines Ritterhauses der Unterburg erhalten. Neben den sichtbaren Relikten besaß die spätmittelalterlich Anlage wahrscheinlich weitere Gebäude auf dem Hügel sowie eine Ringmauer mit Wehrtürmen.

Spätestens seit dem Jahr 1501 war eine Burgkapelle Teil der Burganlage. Vermutlich existierte eine solche bereits 1281, da Priester Konrad aus Mainz einen „Kapellan des Herrn von Lewenstein“ bezeugt.

Wohnturm auf dem Hügelplateau:

Der Fuß des Hügels ist von einer Sandsteinmauer eingefasst, die allerdings frühestens aus den 1930er Jahren stammt. Dahinter liegen Reste einer vermutlich mittelalterlichen Mauer.

Auf dem Hügel ist ein etwa vier Meter hoher und heute nur noch dreiseitiger Turmsockel zu sehen. Der Wohnturm kann aufgrund seiner Gestalt dem späten 14. oder dem frühen 15. Jahrhundert zugeordnet werden. Er besitzt einen kleinen Eingangsbereich mit einem anschließenden Treppenaufgang ins erste Obergeschoss. Der heute kellerartig gewölbte Raum wurde in den 1860er Jahren rekonstruiert.

Aufgrund der Überreste lässt sich vermuten, dass die Gesamtausdehnung des Turms ehemals 6,5 x 8 Meter betrug. Das Mauerwerk besteht aus Bruchsteinen sowie wenig bearbeiteten Steinen unterschiedlicher Größe. Der Boden des ersten Obergeschosses liegt heute etwa 3,7 Meter über dem aktuellen Bodenniveau. Das daran anschließende Bruchsteinmauerwerk ist maximal einen halben Meter hoch. Die Mauerstärke des Turms liegt bei nur noch etwa 105 cm.

Ritterhaus der Unterburg:

Vom ehemaligen Ritterhaus der Unterburg sind im Südwesten eine 16 Meter hohe Giebelwand und im Nordwesten eine 13 Meter hohe Traufwand in voller Höhe erhalten. Die Stärke des Mauerwerks liegt zwischen 1 und 1,4 Metern. Das Ritterhaus kann auf das letzte Viertel des 13. Jahrhunderts (1281-83) datiert werden.

Auf der Giebelseite sind drei Pfeiler erhalten, zwischen denen Fundamentbögen gespannt sind. An der Giebelwand sind außerdem Überreste eines Aborterkers, eines Wehrerkers sowie einer Hakenkonsole zu erkennen. Die dreieckige Form des Abschlusses des Mauerverbandes lässt vermuten, dass der Turm einst mit einem Satteldach gedeckt war. Zwischen Dach und dem Zinnkranz verlief ehemals ein 80 cm breiter Wehrgang. Die Zinnen selbst sind etwa 2,6 Meter hoch.

Auf der nordwestlich liegenden Traufseite sind nachträglich vermauerte Schlitzscharten in den beiden  Geschossen und am Zinnkranz zu erkennen. Etwa drei Meter unterhalb der Zinnenkante ist die Verwendung eines andersartigen Gesteins zu erkennen, was einen Hinweis auf zwei unterschiedliche Bauphasen liefert. Möglicherweise wurde der Turm in Folge einer kriegerischen Auseinandersetzung repariert.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Burgruine kann über die Verlängerung der Ortsstraße Breitenweg bei Niedermoschel und den anschließenden Wirtschaftsweg erreicht werden. Aufgrund ihrer Lage außerhalb des Ortes kann sie jederzeit besichtigt werden.

(Arno Mohr und Sonja Kasprick, ZukunftsRegion Westpfalz, 2019)

Literaturverzeichnis

  • Prof. Dr. Rainer Schlundt (2012). Chronik eines Dorfes - Niedermoschel. Niedermoschel .
  • Norbert Beisiegel (2012). Chronik eines Dorfes -Niedermoschel. Niedermoschel .
  • Keddigkeit, J., Burkhart U. und R. Übel (2005). Pfälzisches Burgenlexikon. Band 3. I-N. Kaiserslautern.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 44“ 12′ N, 7° 47“ 27′ O

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    1227

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