Oberhammer bei Trippstadt

Alternative Bezeichnungen: Eisenhüttenweg Nr. 2

Der Trippstadter Annex „Oberhammer“ bildet die zweite Station des Eisenhüttenweges. Dieser liegt am Eingang zur Karlstalschlucht. Der Oberhammer gehört zu den ehemaligen Betriebsstätten im Moosalbtal, worunter auch der Mittelhammer, Unterhammer, Eisenschmelz und das Walzwerk gehören. So war dies die erste Betriebsstätte am Bachverlauf der Moosalbe. Gegründet wurde der Oberhammer als ursprüngliche Hammerschmiede zwischen 1724 und 1728 von den Freiherren von Hacke.

Ehemalige „Moosalber Mühle“

Damals war die Moosalber Mühle, welche aus zwei Gebäuden bestand, oberhalb des Oberhammers zu finden. Die Moosalbe bildete die Gemarkungsgrenze und wurde einige Male umgeleitet, damit der Mühlenbetrieb überhaupt erst möglich war. Durch diese Umleitungen kam es jedoch oftmals zum Streit aufgrund der Zinspflicht sowie der Gerichtszuständigkeit. Diese Anlage war für die Herren von Flörsheim und deren Nachkommen lange Zeit die Bannmühle für die Trippstadter Untertanen.

Das Landschaftsbild um die ehemalige Moosalber Mühle wurde zu jener Zeit durch Wiesen- und Ackerflächen geprägt. Der heutige Moosalber Weiher wurde erst später angelegt. Deshalb wurde die Wasserversorgung der Mühle ermöglicht, indem die Moosalbe in einem 90 Grad Winkel nach links unterhalb des ehemaligen Junker-Hennen-Woog Dammes zur Schmalenberger Talseite und anschließend in einem 90 Grad Winkel nach rechts geleitet wurde. Das Baujahr der Mühle ist nicht bekannt, wobei im Jahr 1537 im „Wilensteiner Weistum“ bereits von ihr die Rede war. Die Mühle wurde im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) zerstört und wurde ab 1756 wieder erwähnt. Dabei diente diese als Mahl- und Ölmühle und war im Besitz der Freiherren von Hacke, wobei sie verschiedene Pächter hatte. Im Jahr 1811 wurden beide Mühlen von der Familie Gienanth erworben. Der Betrieb der Mühlen blieb jedoch aus. Sie wurden in den folgenden Jahren abgerissen.

Historie

Im Jahr 1716 wurden der Familie Hacke durch die Kurfürsten einige Anteile des Amtes Wilenstein übergeben. Einige Zeit später kaufte sich Anton Freiherr von Hacke (1682-1752), welcher kurpfälzischer Obristjägermeister war, die andere Hälfte der Anteile. Somit war er der Alleinbesitzer, infolgedessen auch der Oberhammer entstand. Die Familie Hacke ließ 1767 auch das Trippstadter Barockschloss errichten. Mit dem Tod Carl Theodor von Hackes im Jahr 1792 endete auch die 25-jährige dörfliche Residenz. Im Jahr 1804 übernahm die Familie Gienanth den Oberhammer. Hierbei entstand durch Ludwig von Gienanth (1767-1848) der Moosalber Weiher an der Stelle, an der sich bis zum Jahr 1810 die Moosalber Mühle befand. Am Moosalber Weiher wurden die Hammerschmiede, ein Werksgebäude sowie Werkswohnungen und Stallungen errichtet. Die Moosalbe und der Kottelbach sorgten für die Wasserzufuhr des neu angelegten Moosalber Weihers. Das Gienanth’sche Hammerwerk und einige Arbeiterhäuser wurden unterhalb des Mühlenplatzes errichtet. Teilweise wurden diese Bauten erst um das Jahr 1960 abgerissen. Das im Jahr 1742 vom Freiherrn von Hacke erbaute Eisenhüttenwerk wurde von Familie Gienanth gepachtet.

Der Eisenhütteningenieur Ludwig Gienanth erhielt im Jahr 1793 die Führung der Eisenwerke in Hochstein, Altleiningen und Trippstadt. Im Jahr 1804 kaufte Ludwig Gienanth für 16.000 Gulden das Trippstadter Werk inklusive der Wilensteiner Mühle, Woogen sowie Ländereien von Carl Theodor Freiherr von Hacke. Seine Söhne Friedrich und Carl von Gienanth übernahmen danach die Leitung der Trippstadter Eisenhüttenwerke. Für das Trippstadter Werk lief es jedoch nicht gut, da es in England ein neues Verfahren gab, in der die Eisenverhüttung mit Koks erfolgte. Zudem war die Konkurrenz aus den saarländischen Eisenhüttenwerken, welche von den Familien Stumm und Krämer geführt wurden, gewachsen. Im Jahr 1864 wurde die Hammerschmiede stillgelegt, wobei der Oberhammer bis zum Jahr 1885 genutzt wurde. Die Produktion war nicht mehr rentabel. Die Präsenz der Familie Gienanth endete im Jahr 1865, da das Land an das Königreich Bayern verkauft wurde. Die Zeit veränderte den Oberhammer sehr stark, denn inzwischen ist er stark verwuchert und es sind nur noch wenige Gebäude aus dem 19. Jahrhundert verblieben. Gänzlich verschwunden sind die Arbeiterhäuser, die Werkswohnungen sowie das Sägewerk.

Im Jahr 1894 erwarb die Gemeinde Trippstadt den Oberhammer. Das ehemalige Werkswohnhaus wurde bis 1970 als Gemeindewohnung genutzt. Am Oberhammer selbst befindet sich heute noch eine Pumpstation, die die Gemeinde Trippstadt mit Wasser versorgt. Ein neues Pumpwerk wurde vor einigen Jahren in der Nähe des alten Werkes errichtet. Das alte Werk ist inzwischen in schlechtem Zustand, da die gesamte Umgebung um das alte Gebäude stark verwildert ist. Somit ist die alte Funktion des Gebäudes nicht mehr auf den ersten Blick wiederzuerkennen. Zudem befinden sich heute zwei Wohngebäude auf dem Gebiet des Oberhammers.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Der Oberhammer befindet sich circa 1,5 Kilometer südöstlich der Ortsmitte von Trippstadt. Er liegt direkt an der L500, welche vom Johanniskreuz durch das gesamte Karlstal bis zur B270 verläuft. Der Oberhammer selbst liegt an der Kreuzung zur K51, die zu den weiteren Annexen Hasenberg, Heidenkopf, Sägmühle und Neuhof der Gemeinde Trippstadt führt. Zusätzlich befindet sich am Oberhammer eine Bushaltestelle. Etwa 50 Meter gegenüber der Wohngebäude befindet sich am Eingang der Karlstalschlucht eine Parkmöglichkeit für Wanderer und Touristen.

Literaturverzeichnis

  • Dieter Faas / Helmut Celim (2016). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Ausgabe 64. Trippstadt.
  • Kurt Knebel (2000). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Sonderheft Flurnamen. Trippstadt.
  • Kurt Knebel (1996). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Ausgabe 7. Trippstadt.
  • Dieter Faas (2016). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Ausgabe 65. Trippstadt.
  • Dieter Faas / Helmut Celim (2014). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt. Trippstadt.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 20“ 44′ N, 7° 45“ 46′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
1728

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