Pfälzisches Bergbaumuseum in Imsbach

Das Pfälzische Bergbaumuseum in der Ortsmitte von Imsbach wurde im Jahr 2002 eröffnet. Dort werden Geschichte, Gegenwart und zukünftige Chancen der Rohstoffgewinnung in der Pfalz in einer Dauerausstellung und wechselnden Sonderausstellungen erlebbar gemacht. Außerdem beherbergt das Museum ein Archiv und unterstützt damit die Erforschung pfälzischer Relikte der Montanindustrie.

Geschichte

Das Sandsteingebäude aus dem Jahr 1880, in dem sich heute das pfälzische Bergbaumuseum befindet, wurde bis in die 1960er Jahre als Dorfschulhaus genutzt. Das Baumaterial für das Gebäude stammte möglicherweise aus den Steinbrüchen bei Schweisweiler. Nach seiner Funktion als Schulhaus erfuhr das Haus mehrere Besitzerwechsel. Es wurde zum Beispiel von Ursula Wiegmann als Steinemuseum genutzt. Danach wurde es zu Kneiperts Gaststätte mit Altenpension umfunktioniert. Als das Gebäude schließlich im Jahr 1997 von der Sparkasse Donnersberg gekauft wurde, stand es schon mehrere Jahre leer und drohte zu verfallen. Bereits kurze Zeit später wurde es dem Verein „Pfälzisches Bergbaumuseum Imsbach“ e.V. zur ausschließlichen Nutzung zur Verfügung gestellt.

In den folgenden Jahren wurde das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude im Kern renoviert sowie aus- und umgebaut und mit Vitrinen, Präsentationswänden und multimedialen Geräten ausgestattet. Das Projekt wurde durch verschiedene öffentliche Geldgeber bezuschusst. Das Bergbaumuseum konnte schließlich im Oktober 2002 der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Im Jahr 2016 wurde das erste Obergeschoss modernisiert. Seitdem werden dort neben der Dauerausstellung auch immer wieder temporäre Ausstellungen gezeigt.

Museumsbeschreibung und Ausstellungsinhalte

Im Bergbaumuseum wird auf vier Geschossebenen eine Vielzahl an Relikten, Mineralien und Rohstoffen aus dem ehemaligen pfälzischen Bergbau in Form von einer Dauerausstellung sowie temporären Ausstellungen präsentiert. In den beiden Besucherbergwerken „Weiße Grube“ und „Grube Maria“ kann das erlebt werden, was es im Museum zu sehen gibt.

Die Geschichte des Bergbaus im Nordpfälzer Bergland begann bereits bei den Römern, die gerade in Imsbach zahllose Spuren hinterlassen haben, die im Bergbaumuseum gezeigt und erklärt werden. Im Museum bestaunt werden können unter anderem Unikate römischer Eisengewinnung oder echtes Rheingold. Ein Teil des Museums ist dem historischen Bergbau auf Erze und Kohlen gewidmet. Der Steinkohleabbau hatte einst eine große Bedeutung für die Region, kam aber völlig zum Erliegen. Die Gewinnung von „Steinen und Erden“ hat dagegen bis heute eine große Bedeutung. Schautafeln im Museum informieren über die Gewinnung von Werk- und Hartsteinen, Kalksteinen, Kies, Sand und Ton sowie pfälzisches Erdöl, das auch heute noch in geringen Mengen gefördert wird.

Im Erdgeschoss befindet sich die Dauerausstellung. Zu den Ausstellungsstücken zählen beispielsweise ein Beil aus der Steinzeit, eine Goldwäscherschale von 1880 oder Vitrinen mit verschiedenen Metallerzen und ihren Verhüttungs- und Endprodukten. Außerdem werden in der unteren Etage die verschiedenen Erze, die in der Region abgebaut wurden, dokumentiert und beschrieben. Ein originaler Grubenplan sowie Geräte und Werkzeuge eines Bergmanns können bestaunt werden. Große Berührungsbildschirme dienen als multimediale Ergänzung, um sich selbstständig über den Bergbau in Imsbach und der Pfalz informieren zu können.

Eine Besonderheit ist unter anderem die Ausstellung „Terra Crystallum“. Sie zeigt die einzigartige Farben- und Formenpracht von Erzen, Mineralen und Edelsteinen aus aller Welt. Zu diesen gehören etwa 400 Exponate, die Roger Lang aus seiner privaten Sammlung zur Verfügung stellte.

Im ersten Obergeschoss werden unter anderem historische Minerale und Erze aus dem 19. und 20. Jahrhundert sowie Sonderausstellungen zu pfälzischen Bergbauthemen gezeigt. Temporäre Ausstellungen werden zu unterschiedlichsten Schwerpunkten eingerichtet, wie zum Beispiel einzelne Gruben der Region, verschiedene Rohstoffarten, Bergbautechniken oder der Bergbau in anderen Ländern.

Im Dachgeschoss befindet sich das Museumsarchiv mit einer großen Sammlung an Literatur, Karten und Schriftstücken. Diese werden auch zu Forschungszwecken über montanhistorisch bedeutsame Relikte an Dritte zur Verfügung gestellt. Parallel wird eine Datenbank aufgebaut und gepflegt.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Das pfälzische Bergbaumuseum befindet sich in der Ortsmitte von Imsbach. Die Besucherbergwerke befinden sich außerhalb des Ortes am Südhang des Donnersbergs am Rand der Gemeinde Steinbach im Donnersbergkreis. Die Besucherbergwerke und das Bergbaumuseum haben von April bis Oktober geöffnet. Einige wenige Parkplätze befinden sich in der Straße vor dem Museum.

Literaturverzeichnis

  • Bäuml, W. (2003). Bergbau von der Pike auf erleben: Ein Museum verführt zur Zeitreise. In: Rheinpfalz, Ausgabe vom 14.01.2003. o.O.
  • Gemeinde Imsbach (1993). Imsbach – Aus der Geschichte eines nordpfälzischen Bergmannsdorfes und seine Bürger. Kirchheimbolanden.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 34“ 57′ N, 7° 52“ 49′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
2002

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