Theodor-Zink-Museum in Kaiserslautern

Alternative Bezeichnungen: Stadtmuseum Kaiserslautern

Das Theodor-Zink-Museum wurde nach seinem Gründer Theodor Zink benannte und 1926 als Stadtmuseum in Kaiserslautern gegründet. Es zeigt in einer Dauerausstellung die Geschichte der Stadt in chronologischer Reihenfolge und es bietet wechselnde Sonderausstellung. Das Museum ist am Ende der Altstadt im Haus Rheinkreis und dem gegenüberliegenden Wadgasserhof ansässig.

Geschichte

Das Theodor-Zink-Museum, das Museum für Stadt- und Kulturgeschichte in Kaiserslautern, wurde nach seinem Gründen, dem Lehrer und Heimatforscher, Theodor Zink (1871–1934) benannt. Seine Untersuchungen zur Stadtgeschichte Kaiserslauterns und die Sammelleidenschaft für volkskundliche und handwerkliche Artefakte der Region motivierten ihn, ein stadtgeschichtliches Museum aufzubauen. Daher gründetet Theodor Zink im Jahr 1926 das Kaiserslauterer Stadtmuseum und begann seine gesammelten Werke auszustellen. Dafür wurden ihm zunächst von der Stadt Kaiserslautern einige Räume provisorisch zur Verfügung gestellt, aufgrund vieler Sachspenden aus der Bevölkerung wuchs die Sammlung jedoch sehr schnell. Daher wurde im Oktober 1934 das Stadtmuseum in der damaligen Spittelmühle am Stiftsplatz offiziell eröffnet. Die Eröffnung erlebte Theodor Zink selbst jedoch nicht mehr. Sein Nachfolger, Dr. Hermann Moos, öffnete die Ausstellung für die Öffentlichkeit, wobei das Ausstellungskonzept zur Eröffnung an der nationalsozialistischen Ideologie ausgerichtet war.

Durch den zweiten Weltkrieg musste das Museum jedoch im Jahr 1941 vorerst schließen und wurde erst 1978 wieder an einem neuen Standort eröffnet. Zwar wurde eine Wiedereröffnung des Museum von verschiedenen Stellen immer mal wieder angeregt, die Bestände blieben jedoch ausgelagert, bis sich im Jahr 1970 Günter Wiegelmann für die Wiedereröffnung des Volkskundemuseums und einer volkskundlichen Landesstelle in Kaiserslautern einsetzte. Durch sein Engagement gründete sich 1975 auch der „Förderkreis Theodor-Zink-Museum“, der wesentlich zur Wiedereröffnung des Museums beitrug. Dafür wurde im Jahr 1976 mit dem Umbau und der Renovierung des Hauses Rheinkreis begonnen. Dabei sollte die ursprüngliche Gestalt des Hauses erhalten beziehungsweise wiederhergestellt werden, aber das Haus sollte auch die Funktion als Museum einnehmen. Im Inneren wurden durch die teilweise Entkernung des Gebäudes durchgängige Ausstellungsräume geschaffen. Auch die Scheune wurde vor dem Abriss bewahrt und mit einem Galeriegeschoss versehen. Seitdem befindet sich das Stadtmuseum im ehemaligen Haus Rheinkreis und dem gegenüberliegenden Wadgasserhof am Ende der Steinstraße.

Ausstellungen

Das Theodor-Zink-Museum bietet eine Dauerausstellung zur Geschichte der Stadt sowie immer wechselnden Sonderausstellungen zu unterschiedlichen Themen. Dabei dokumentieren Artefakte, zeitgenössische Darstellungen, Text- und Bildinformationen die Entwicklung der Stadt über die Epochen.

Die Dauerausstellung im oberen Geschoss des Haus Rheinkreis zeigt einen chronologischen Rundgang durch zehn Jahrtausende Stadtgeschichte und führt dabei durch den gesamten Gebäudekomplex. Die Ausstellung präsentiert die wichtigsten Ereignisse und Epochen von den ersten Besiedlungsspuren bis zur heutigen Gegenwart. Als erstes wird die Vor- und Frühgeschichte der Stadt, dann die Bronze- und Eisenzeit und die römische Kaiserzeit beleuchtete. Danach die wichtigsten Ereignisse der mittelalterlichen Stadtgeschichte und der frühen Neuzeit bis hin zur Entwicklung von der Residenz des Pfalzgrafen Johann Casimir bis zur Industriestadt. Im letzten Raum der Ausstellung des Haus Rheinkreis wird das 20. Jahrhundert in Kaiserslautern mit Fotos und einer Auswahl aus Konsum- und Gebrauchsgütern visualisiert sowie wichtige Kaiserslautrer Firmen und deren Produkte ausgestellt. Außerdem wird sich mit den Folgen der politischen Ereignisse und Katastrophen in Kaiserslautern aus jedem Jahrhundert für die Stadt und deren Bewohner auseinandergesetzt.

Im gegenüberliegenden Wadgasserhof werden volkskundliche- und kunsthandwerkliche Sammlungsgegenstände sowie bäuerliches und bürgerliches Mobiliar ausgestellt, welches die früheren Lebensverhältnisse der Region veranschaulichen soll. Die Exponate zeigen traditionelle Herstellungsweisen verschiedener Gegenstände, die über Generationen weitergegeben wurden. Außerdem beinhaltet die Keramikabteilung im Wadgasserhof eine hochrangige Sammlung Frankenthaler Porzellane, Geschirr, Figuren und Gruppen.

In beiden Gebäuden präsentieren sich wechselnde Sonderausstellungen, die verschiedene Aspekte zur Kultur- und Kunstgeschichte und zur Geschichte der Stadt zeigen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auch auf aktuellem Kunsthandwerk und Design.

Außerdem finden in der Scheune des Museums kulturelle Veranstaltungen, wie Konzerte und Theater, statt. Zudem finden in der Scheune des Museums kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Theater statt. Dabei gibt es auch regelmäßig ein extra Theater für Kinder.

Objektbeschreibung und Geschichte „Haus Rheinkreis“

Das Gebäude des heutigen Theodor-Zink-Museum ist ein Vierseithof, welcher im Jahr 1817 von Johann Gelbert gebaut wurde. Es handelt sich um einen ehemaligen Fuhrmannsgasthof mit dem Namen „Zum Rheinkreis“. Zu seinem Namen kam es, da Kaiserslautern zur Zeit seiner Erbauung Teil des zu Bayern gehörenden Rheinkreises war. Nach dem Tod von Johann Gelbert im Jahr 1822 führten seine Witwe und sein Sohn den Gasthof weiter und erweiterten ihn sogar um eine Bäckerei und eine Brauerei. Durch den Bau der Eisenbahnstrecke 1848/49 verlor der Gasthof jedoch seine Bedeutung als Unterkunft für Fuhrleute und war dann bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges (1914-1918) nur noch Schankwirtschaft. Im Jahr 1940 wurde das Gebäude dann von der Familie Gelbert an die Stadt Kaiserslautern verkauft.

Mitte der 1970er Jahre wurde dann mit dem Umbau und der Renovierung des Hauses Rheinkreise begonnen, um es in ein Museum umzuwandeln. Dabei sollte die ursprüngliche Gestalt des Hauses erhalten bzw. wiederhergestellt werden. Durch die Entkernung im Innenbereich konnten durchgängige Ausstellungsräume ermöglicht werden. Die Scheune wurde ebenfalls vor dem Abriss bewahrt und um eine Galeriegeschoss erweitert. Im Jahr 2001 erfolgte mit der Neueinrichtung der Dauerausstellung eine teilweise Umgestaltung der Innenräume.

Das Gebäude hat einen Krüppelwalmdachbau, welches über einen tonnengewölbten Keller steht und verfügt über eine Fachwerkstallung sowie eine Scheune. Der Gebäudekomplex zeigt typische Strukturen eins innenstädtischen gast- und landschaftlichen genutzten Anwesens mit einem umbauten Innenhof aus dem frühen 19. Jahrhundert auf.

Das Theodor-Zink-Museum ist ein eingetragenes Kulturdenkmal im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler der Generaldirektion Kulturelles Erbe.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Das Theodor-Zink-Museum befindet sich am Ende der Steinstraße in Kaiserslautern in der Altstadt. Es liegt gegenüber dem Wadgasserhof und in direkter Nähe zum Kaiserbrunnen. Einige wenige Parkplätze sind am Museum selbst vorhanden. Ein Parkplatz und ein Parkhaus finden sich aber in unmittelbarer Nähe.

Literaturverzeichnis

  • Donnersberg-Touristik-Verband e.V. und Kreisverwaltung Kaiserslautern (2015). Museen in den Landkreisen Kaiserslautern und Donnersbergkreis Kaiserslautern.
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe (2020). Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreisfreie Stadt Kaiserslautern Mainz.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 26“ 51′ N, 7° 46“ 31′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
1926

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