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Burgruine Sprengelburg bei Oberweiler im Tal

Alternative Bezeichnungen: Springeburg, altes Schloss

Über die Geschichte der Burgruine Sprengelburg bei Oberweiler ist nur sehr wenig bekannt. Aufgrund von Ausgrabungen schätzt man den Beginn der Burg auf vor 1150. Um 1400 wird sie das erste Mal, allerdings auch nur indirekt durch einen gleichnamigen Adeligen schriftlich erwähnt.

Geschichte

Weder sind das Gründungsjahr, der oder die Erbauer, noch die Geschichte der Burg bekannt. Lediglich die Form der Turmburg sowie Hinweise auf ältere Fundamentreste lassen eine Erbauung vor 1150 vermuten.

Der Standort auf einer steil abfallenden Landzunge, die vom Talbach umflossen wird, war strategisch gut gewählt. Einerseits war die Burg von drei Seiten mehr oder weniger unangreifbar, andererseits erlaubte ihre Lage die Kontrolle der vorbeiführenden engen Landstraße. Wahrscheinlich spielte bei der Standortwahl die Tatsache eine Rolle, dass gerade hier eine alte Grenze verlief, die noch heute im Flurnamen „Landscheid“ nachvollziehbar ist.

Erstmals wird die Burg um 1400 in den wenigen Schriftquellen indirekt erwähnt. Im Zusammenhang mit dem Kloster Offenbach wurde ein Niederadeliger genannt, der sich offensichtlich nach der Burg benannte.

Da die bei den Ausgrabungen gemachten Funde belegen, dass die Burg im 14. Jahrhundert bewohnt war, könnte die Zerstörung (vielleicht durch einen Brand) und anschließende Auflassung der Burg demnach in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erfolgt sein. Offensichtlich verfiel die Anlage anschließend rasch.

Ende des 19. Jahrhunderts waren lediglich die noch zwei Meter hoch aufragenden Außenmauern des Turmes sichtbar. Im Burgareal wurden im Jahr 1950 Waffen und Silbergeschirr entdeckt. Durch Grabungen im Sommer 1970 und bei Straßenbauarbeiten Ende des 20. Jahrhundert wurde der archäologische Befund teilweise nachhaltig gestört.

In den Jahren 1978/1979 legten im Auftrag des Landkreises Kusel amerikanische Studenten unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Higel der Universität Maryland den damals vollkommen verbuschten Schutthügel frei. Bei diesen Grabungen wurden die Fundamente der umlaufenden Ringmauer erreicht. Neben einem Skelett wurden Glas- und Tonscherben, vorwiegend aus dem 14. Jahrhundert, Beschlagreste, Nägel sowie ein Kupfer- und ein Silberring gefunden. Dabei wurden vor allem die oberen Teile des Turmes und der Außenmauern neu aufgeführt. Eine Metalltreppe erlaubt heute den Zugang zur Plattform auf dem Turmstumpf.

Baubeschreibung

Nach Ansicht der Denkmalpflege handelt es sich bei der Sprengelburg um eine Zwischenform von Turmburg und Motte – also im Wesentlichen um einen turmförmigen Bau auf entweder gewachsenem oder künstlich aufgeschüttetem Grund. Vermutlich war die kleine, fast quadratische Burgruine von einer hölzernen Anlage umgeben. Diese Überlegung hat ihre Berechtigung in der Tatsache, dass im Burgumfeld ausreichend eingeebnetes Gelände für Wirtschaftsbauten in Fachwerkbauweise zu Verfügung stand. In der eigentlichen Kernanlage sind außerdem keine Wasserversorgungsanlagen (Brunnen oder Zisternen) nachgewiesen, sodass diese im westlich der Burg gelegenen Plateau zu vermuten waren.

Die östliche Seite der Burg war nicht wie auf den anderen drei Seiten durch den Talbach geschützt, weshalb sich hier die Hauptangriffsseite der Burg befand. Aus diesem Grund gab es an dieser Stelle einen Graben, der den ansteigenden Berg durchschnitt. Er ist heute nicht mehr zu sehen, da spätestens durch den Bau der Landesstraße in den 1920er Jahren das Geländeprofil stark verändert wurde.

Hinter dem Halsgraben erstreckt sich das relativ kleine, ummauerte Burgareal. Die Außenkanten der zweischaligen, unterschiedlich starken Umfassungsmauer aus Bruchsteinen bilden ein längliches Viereck von etwa 15 x 18 Meter. Den Zugang zum Innenbereich gewährte das circa 2,20 Meter breite, hochgelegene rundbogige Portal auf der Westseite der Anlage.

Auffällig ist die kleine Fläche des inneren Areals. Nach Abzug der Turmgrundfläche verbleiben lediglich ca. 100 m² Nutzfläche. Nachgewiesene Einbauten verringerten diesen Raum beträchtlich. Archäologen legten an der Nordwestecke einen an die Außenmauer angelehnten Raum (Außenmaße ca. 2,90 x 3,80 Meter) frei. Im Inneren aufgefundene verkohlte Holzbalken, wohl die Reste einer Dachkonstruktion, deuten auf eine Zerstörung durch Brand hin.

Der annähernd kreisrunde Turm ist heute noch vier Meter hoch. Mit den anderthalb Meter dicken Bruchsteinmauern misst sein Durchmesser acht Meter. Er befindet sich nicht mittig innerhalb des inneren Areals, denn seine Ostseite grenzt direkt an die Schildmauer.

Man nimmt an, dass auf der leicht ansteigenden östlichen Hangseite jenseits des Burggrabens weitere Wirtschaftsgebäude standen. Zwar fand man bei Ausgrabungen an dieser Stelle Steine, die darauf hinweisen könnten, doch der Bau der Landstraße veränderte die Topographie des Geländes irreparabel, sodass diese Vermutung nicht mehr nachgewiesen werden kann.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die frei zugängliche Burgruine in Spornlage befindet sich unmittelbar westlich der L 372 auf der Gemarkungsgrenze zwischen Oberweiler und Eßweiler. Die Ruine liegt oberhalb des Talbaches. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Landstraße kann die Burgruine sowohl zu Fuß als auch mit dem PKW erreicht werden.

Mehr Informationen über die Burgruine Sprengelburg finden Sie unter kuladig.de.

(nach Jürgen Keddigkeit, Bezirksverband Pfalz, 2018)

Literaturverzeichnis

  • Dolch, Martin; Keddigkeit, Jürgen (2007). Sprengelburg. In: Pfälzisches Burgenlexikon, Band 4.1, S. 583-544, Kaiserslautern.
  • Ehrhard, Arno (1980). Aus der Geschichte der "Springeburg" bei Eßweiler. Ergänzung zum Beitrag D. Hinkelmann. In: Pfälzer Heimat 31, S. 61, o.O.
  • Hinkelmann, Daniel (1978). Aus der Geschichte der "Springeburg" bei Eßweiler. In: Pfälzer Heimat 29, S. 107 f., o.O.
  • Hinz, Hermann (1981). Motte und Donjon. Zur Frühgeschichte der mittelalterlichen Adelsburg. In: Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters. Beiheft 1,, S. 72 f., Köln.
  • Marschall, Michael (1982). Materialien zur Burgruine Springeburg bei Eßweiler. In: Westricher Heimatblätter N.F. 13, S. 101-117, o.O.
  • Pfälzische Kreisgesellschaft des bayerischen Architecten- und Ingenieur-Vereins (1884). Die Baudenkmale in der Pfalz. Band 1. S. 56, Ludwigshafen am Rhein.
  • Schüler-Beigang, Christian (1999). Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Kreis Kusel. (Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 16.) S. 268 f., Worms.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 33“ 58′ N, 7° 33“ 28′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
vor 1150

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