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Burgruine Perleburg bei Bann

Alternative Bezeichnungen: Perlenburg, Perleberg

Die Perleburg bei Bann wurde vermutlich Ende des 12. bis Anfang des 13. Jahrhunderts errichtet. Dies ist auf archäologische Befunde zurückzuführen. Gründer der Burg waren wahrscheinlich die Herren der nicht weit entfernten gelegenen Burg Hohenecken. Über die weitere Geschichte der Perleburg ist nichts bekannt. Von der Ruine sind noch Reste der Ringmauer sowie Fundamente und untere Steinreihen eines Wohnturmes erhalten.

Geschichte

Die Geschichte der Höhenburg ist weitestgehend unbekannt. Die heutige Bezeichnung tauchte erstmals in einer sickingischen Grenzbeschreibung aus dem Jahr 1542 auf. Damals wurde der „Birlenberg“ beziehungsweise „Sickingers Berleberg“ erwähnt. Hierbei handelte es sich allerdings weniger um einen Burgnamen, sondern eher um eine geographische Bezeichnung des Berges. Man geht aber davon aus, dass der nachgewiesene Bergname mit der Burgbezeichnung identisch ist.

Archäologische Befunde zeigen, dass die Wehranlage um die Wende vom 12. ins 13. Jahrhundert erbaut worden sein muss. Die Ausgrabungen widerlegen somit die These, dass es sich bei der Burg um eine sickingische Grenzburg gehandelt habe, da die Herren von Sickingen im Großraum Landstuhl erst in der zweiten Hälfe des 15. Jahrhunderts nachzuweisen sind.

Da die Burg sich inmitten des Reichslandes befand, das bis zum Ende des 13. Jahrhunderts von den Herren von Hohenecken mitverwaltet wurde, lässt dies den Schluss zu, dass der Bau der Perleburg von den Herren der benachbarten Burg Hohenecken errichtet worden war. Im Gegensatz zur heute recht einsamen Lage abseits der Verkehrswege, war der am Bergfuß verlaufende heutige Forstweg (Banner Weg) bis zum Mittelalter eine häufig genutzte Verkehrsverbindung. Darauf verweist auch die unmittelbar nördlich der Perleburg auf dem Großen Berg lokalisierte spätrömische Bergfestung.

Über die weitere Geschichte der Perleburg ist nichts bekannt. Offensichtlich diente die wahrscheinlich nicht fertiggestellte Anlage spätestens seit dem 19. Jahrhundert als Steinbruch. Auch die noch 1913 vor allem am Westabhang des „Kleinen Bergs“ herumliegenden Mauersteine sind bis auf wenige Ausnahmen verschwunden.

Baubeschreibung

Der ursprüngliche Burgweg vom Tal zur hochgelegenen Burgstelle ist heute noch im Gelände nachvollziehbar. Er verlief am Nordwesthang des Burgberges und endet auf der Nordseite des Gipfels. Hier ist auch der ursprüngliche Zugang zum Burgareal zu vermuten.

Zur Errichtung der Burg wurde der „Kleine Berg“ zu einem rundlichen Plateau mit einem Durchmesser von mehr als 50 Metern umgestaltet. So entstand eine zweigeteilte ebene Freifläche von fast 3.000 m², die als Baugrund diente.

Die Burg umschloss eine Ringmauer. Ihre zusammengefallenen Reste vor allem an der Nordseite des Gipfelplateaus sind heute weitestgehend verschwunden. Lediglich ein kleiner Rest der Ringmauer am östlichen Rand des Plateaus ist erhalten.

Von einem großen Turm, wahrscheinlich eines Wohnturmes sind auf der erhöhten südlichen Ebene Fundamente und die unteren Steinreihen erhalten. Der quadratische Turmstumpf (ca. 9 x 9 Meter), der eine Mauerstärke von knapp 1,5 Meter aufweist, ist von einem Schutthügel umgeben. Erhalten haben sich einige außergewöhnlich sorgfältig bearbeitete Buckelquaderreihen und ein geknickter Sockel. Vergleichbares Mauerwerk und einen ähnlich geknickten Sockel weisen im heute pfälzischen Raum unter anderem die Burgen Hohenecken, Landeck und Trifels auf. Aus diesem Grund wird der Baubeginn des Wohnturms auf die letzten beiden Jahrzehnten des 12. oder des frühen 13. Jahrhunderts geschätzt.

Bei weiteren Grabungen legte man Ende der 1950er Jahre im Turminneren die Reste eines Kamins sowie Teile des Fußbodens aus Sandstein frei. Außerdem fand man ein rundbogiges Fenstergewände am Südhang. Diese Funde sowie die Tatsache, dass die Nutzfläche in jedem Geschoss 36 m² betrug, verdeutlichen, dass es sich hier wohl um einen Wohnturm und weniger einen Bergfried gehandelt haben muss.

Eine Innenbebauung ist ansonsten nicht nachweisbar, da keine angelehnten Bauten an der Ringmauer bekannt sind.

Die Perleburg bei Bann ist ein eigetragenes Kulturdenkmal.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die frei zugängliche Burgruine befindet sich auf dem Gipfel des „Kleinen Berges“, südlich des Kaiserslauterer Stadtteiles Einsiedlerhof. Ausgangspunkt einer Begehung sind die Kaiserstraße beziehungsweise die nach Süden abzweigende Straße „Zum Großen Berg“, die am Ortsende als Forstweg zum Fuß des „Kleinen Bergs“ führt. Von dort führt ein schmaler, nicht ausgeschilderter Fußpfad zur hoch gelegenen Burgstelle.

Mehr Informationen über die Burgruine Perleburg finden Sie unter kuladig.de.

(nach Jürgen Keddigkeit, Bezirksverband Pfalz, 2018)

Literaturverzeichnis

  • Eckrich, Lorenz (1960). Die sogenannte Perleburg auf dem Perleberg südlich des Einsiedlerhofes. In: Pfälzer Heimat 11, S. 23-26, o.O.
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2017). Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Kaiserslautern (Denkmalverzeichnis Kreis Kaiserslautern, 14. Aug. 2017). Koblenz. Online verfügbar: denkmalliste.gdke-rlp.de, Kreis Kaiserslautern, abgerufen am 18.10.2017 o.O.
  • Keddigkeit, Jürgen; Burkhart, Ulrich; Übel, Rolf (Hrsg.) Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde (Hrsg.) (2007). Pfälzisches Burgenlexikon. Band 1. (Beiträge zur pfälzischen Geschichte 12,4,2.) Bd. 3, S. 112-117, Kaiserslautern.
  • Mehlis, Christian (1903). Archäologische Studien. XXII.. Die Perleburg. (Pfälzisches Museum. Monatsschrift des Historischen Vereins der Pfalz und des Vereins Historisches Museum der Pfalz 20.) S. 22-25, o.O.
  • Schneider, Kurt (o.J.). Die Ausgrabungen auf der Perleburg: einer der ältesten deutschen Steinfußböden teilweise freigelegt. In: Die Rheinpfalz, Kaiserslautern, Kusel, Rockenhausen 15, Nr. 158 v. 14.07.1959, o.O.
  • Wagener, Olaf (2013). Der Bauablauf von Burgen im Befund - Aussagen aufgrund niemals fertig gestellter Burgen in der Pfalz, im Elsass und im westdeutschen Raum. In: Kaiserslauterer Jahrbuch für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Bd. 13, S. 82-87, o.O.
  • Wenz, Martin (1995). Die Perleburg: eine staufische Wehranlage mit Wohnturm. In: Wasgau-Blick 23, S. 108-111, o.O.
  • Zink, Theodor (1913). Um Franz von Sickingens Besitzungen. In: Pfälzische Geschichtsblätter 9, S. 82-88, o.O.
  • o.A. (1942). Die Kunstdenkmäler von Stadt und Landkreis Kaiserslautern. Die Kunstdenkmäler von Bayern, Regierungsbezirk Pfalz. Band 9. S. 416-417, o.O.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 24“ 54′ N, 7° 40“ 4′ O

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    Beginn 1180 bis 1220

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