Geschichte
Hoch über dem Ort Bolanden liegt die ca. 1260 erstmals erwähnte Burg Neubolanden. Das genaue Datum des Baus ist unbekannt. Es wird jedoch vermutet, dass Werner I. von Bolanden der Bauherr war. Die neue Burg sollte als Ersatz für die Burg Altbolanden dienen.
In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts traten Erbstreitigkeiten zwischen Otto von Bolanden, seinen Brüdern und dem Grafen Philipp von Sponheim auf. Diese eskalierten 1328 nach dem Tod von Otto von Bolanden. Im 14. Jahrhundert gerieten die Herren von Bolanden zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Nach mehreren Erbstreitigkeiten mussten sie nach und nach Besitz und Burg an die Grafen von Sponheim und später die Pfalzgrafen übergeben. Im Jahr 1394 erfolgten weitere Besitzerwechsel und Verpfändungen, da die neuen Burgherren Baumaßnahmen an der Burg durchführen ließen.
Nach der Pfälzer Erbteilung ging die Burg in den Besitz von Herzog Stephan von Pfalz-Simmern über. Anfang des 15. Jahrhunderts wurde die Burganlage weiter ausgebaut, bis sie 1525 im Bauernkrieg geplündert und niedergebrannt wurde. Nach dem Wiederaufbau verwandelte sich die ehemalige Wehrburg in einen repräsentativen Schlossbau mit Wohnräumen und Verwaltungsgebäuden. Für die damalige Zeit gehörte sie zu den modernsten Anlagen der Pfalz. Dieser Bau wurde 1610 von einem unbekannten Künstler gemalt.
Zwischen 1620 und 1625 besetzen und zerstörten Spanier die Burg im Dreißigjährigen Krieg teilweise. Im Anschluss daran wechselte die Burg erneut mehrfach ihren Besitzer, bis sie 1689 im pfälzischen Erbfolgekrieg endgültig zerstört wurde. Im 18. Jahrhundert wurde die Burg an Privatleute versteigert und 1822 zum Bau von Häusern größtenteils abgetragen.
Bereits im Jahre 1906 fanden archäologische Grabungen im Inneren des Burgareals statt, zu welchen es jedoch keine publizierten Erkenntnisse gibt. 2013 bis 2023 wurde die Ruine der Burg gesichert und saniert. Aktuell wird die Ruine durch den örtlichen Heimatverein betreut.
Objektbeschreibung
Die ursprüngliche Burg war eine rechteckige Anlage, die durch einen Graben vom Schlossberg abgetrennt war. Die Burg war circa 90 mal 110 Meter groß und auf einem nach Südwesten ausgerichteten Felsen gelegen. Es sind eine Kapelle und ein Zwinger, sowie ein Turm belegbar.
Wer heute über das Burggelände geht, kann noch Teile der Ringmauer, ein Torfragment, Reste von Zwinger und Graben, sowie die Grundmauern eines Rondells entdecken. Erkennbar ist außerdem die rechteckige Anlage mit einer Vor- und Hauptburg. Die Burgruine ist als Kulturdenkmal geschützt.
Räumliche Lage und Erreichbarkeit
Die Burgruine liegt auf dem 176 Meter hohen Schlossberg und ist frei zugänglich. Sie liegt im Ort Bolanden unmittelbar neben der Siedlungsfläche und umgeben von landwirtschaftlichen Flächen.


