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Burgruine Alt-Wolfstein am Königsberg

Alternative Bezeichnungen: Altes Schloss, Altwolfstein

Die Burg Alt-Wolfstein, auch „Altes Schloss“ genannt, wurde vermutlich zwischen 1160 und 1170 unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1122-1190) erbaut. Sie wurde lange Zeit von den Sponheimer Grafen bewohnt. Später folgten die Besitzer Veldenz, Kurpfalz, Baden und Pfalz-Zweibrücken. Im Jahr 1505 wurde die Burg im bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört.

Geschichte

Im Jahr 1275 wurde die Burg Wolfstein erstmals urkundlich erwähnt. Man nimmt allerdings an, dass sie bereits 1160/70 zur Sicherung des Verwaltungsbezirks und Königlandes unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa entstanden ist. Zum damaligen Zeitpunkt ist nämlich die Reichsburg in Kaiserslautern erbaut worden, weshalb man bei der Burg Wolfstein ebenfalls von einer Errichtung im 12. Jahrhundert ausgeht.

Bewohner der Burg war seit dem 14. Jahrhundert die sponheimer Ganerbenfamilie. Sie waren als Raubritter in der Region gefürchtet. Wohl im Jahre 1362 war ein Ritter der Burggemeinschaft in Streitigkeiten mit dem Bischof von Speyer verwickelt und hatte ihm großen Schaden zugefügt. Daher besetzten bischöfliche Soldaten die Burg und die damals acht Gemeiner Alt-Wolfsteins mussten sich unter Eid verpflichten, dem Bischof und seinen Nachfolgern zukünftig keinen Schaden mehr zuzufügen.

Ende des 14. Jahrhunderts wurden einige der Sponheimer erneut des Landfriedensbruches angeklagt. Der Pfalzgraf, die Erzbischöfe von Trier und Mainz sowie der Herzog von Lothringen bildeten gemeinsam eine Allianz gegen die Wolfsteiner Burgbewohner. Erst mit Waffennachschub aus Mainz und Frankfurt konnte diese Allianz den Kampf im Jahr 1400 gewinnen. Die Sponheimer mussten daraufhin einem Burgfrieden mit Lothringen und der Kurpfalz zustimmen. Außerdem verloren die Burggemeiner ein Viertel ihres „Schlosses“ an die Kurpfalz.

In den nächsten Jahren schaffte es der Kurpfälzische Herzog noch mehr Anteile an der Burg in seinen Besitz zu bringen. 1416 waren bereits 2/5 der Burg in kurpfälzischer Hand.

In den 1430er Jahren starb die Sponheimer Familie aus. Ihr Anteil an der Burg wurde unter Baden und Veldenz gleichmäßig aufgeteilt. Nach dem Tod des letzten Veldenzer ging deren Anteil an den Herzog von Pfalz-Zweibrücken über.

In den nächsten Jahren wurde Alt-Wolfstein indirekt in die politisch-militärischen Streitigkeiten zwischen der Kurpfalz einerseits sowie Baden und Pfalz-Zweibrücken hineingezogen. 1462 verloren Pfalz-Zweibrücken und Baden diesen Kampf, weshalb ein weiterer Anteil der Burg erneut an die Kurpfalz überging. 7/10 der Burg waren von nun an in kurpfälzischem Besitz.

In den Jahren 1504/05 kam es zum bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieg, auch Landshuter Erbfolgekrieg genannt. Die Grafen von Zweibrücken versuchten die Burg Alt-Wolfstein einzunehmen. Bei diesem Gefecht wurde die Burg komplett zerstört. Die Kurpfalz ging als Gewinner heraus und erwarb 1509 die restlichen Anteile an der Ruine, welche bis Ende des 18. Jahrhunderts (Französische Revolution) in ihren Händen blieb. Im 19. Jahrhundert wurde Alt-Wolfstein als Steinbruch genutzt.

Die Burgruine „Alt-Wolfstein“ steht heute unter Denkmalschutz.

Baubeschreibung

Der Zugang zur Burgruine ist vom Wanderweg auf der Westseite leicht zu finden. Man quert den äußeren und inneren Halsgraben, erreicht anschließend die Mantelmauer und dahinterliegend den zugänglichen Bergfried sowie den angebauten ehemaligen Palas.

Die Kernburg ist der älteste Teil von Alt-Wolfstein und wird vom 20 Meter hohen Rest eines fünfseitigen, heute noch fünfgeschossigen Bergfrieds beherrscht. Sein Eingang lag ursprünglich auf der Südseite im vierten Obergeschoss. In diesem Stockwerk befindet sich neben einem kleinen Rundbogenfenster und einer Schießscharte ein Durchgang zu einem anschließenden Bauwerk, dem Palas. Dieser wurde wohl erst in späterer Zeit angebaut.

Der Bergfried und der Palas wurden durch eine hufeisenförmige Mauer an der Süd-, West- und Nordseite geschützt – der „Hohe Mantel“. Die eingemauerten Fenster weisen auf ehemals angelehnte Gebäude hin. Hier befanden sich auch die beiden älteren, später vermauerten Zugänge zur Burg. Stattdessen verwendete man dann eine kleine Zugangsanlage mit vorgelagertem Zwinger im Nordosten der Kernburg.

Zwischen den Jahren 1960 und 1975 wies man eine recht ausgedehnte Unterburg nach. Sie wurde wohl in der ersten Hälfte des 14. Jahrhundert errichtet und war von einer umlaufenden, etwa zwei Meter starken Ringmauer umgeben. Dieser war im Westen ein zweiter Halsgraben vorgelagert. Im Innern der nördlichen Unterburg befanden sich zwei Wohngebäude.

Im Jahr 1463 wurde eine Burgkapelle erwähnt, deren Standort allerdings unbekannt ist.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Alt-Wolfstein liegt nördlich des Ortskerns von Wolfstein im Landkreis Kusel. Die Burg wurde über einer der engsten Stellen des Lautertales in Spornlage auf einem steilen und lediglich 20 Meter breiten Felsgrat am Ostabhang des Königsberges erbaut. Die frei zugängliche Burg ist, beginnend in der Stadtmitte Wolfsteins, vorbei an Burg Neu-Wolfstein, auf markiertem Wanderweg zu erreichen.

Mehr Informationen über die Burgruine Alt-Wolfstein finden Sie unter kuladig.de.

(nach Jürgen Keddigkeit, Bezirksverband Pfalz, 2019)

Literaturverzeichnis

  • Cappel, Dieter (1975). Ausgrabungen an der Burgruine Alt-Wolfstein. In: Matzenbacher, Hans: Wolfstein. Kleine Stadt im Königsland. Teil 2, S. 22-54, Weißenthurm.
  • Cappel, Dieter (1975). Die Geschichte der Burgruine Alt-Wolfstein. In: Matzenbacher, Hans: Wolfstein. Kleine Stadt im Königsland. Teil 2L, S. 1-21, Weißenthurm.
  • Gärtner, Peter (1855). Geschichte der bayerisch-rheinpfälzischen Schlösser und der dieselben ehemals besitzenden Geschlechter nebst den sich daran knüpfenden romantischen Sagen. Band 2. S. 306-310, Speyer.
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe (Hrsg.) (2017). Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Kreis Kusel (Denkmalverzeichnis vom 11. August 2017). S. 33, o. O. Online verfügbar: http://denkmallisten.gdke-rlp.de/Kusel.pdf, abgerufen am 04.02.2019 Mainz.
  • Keddigkeit, Jürgen; Burkhart, Ulrich; Übel, Rolf (Hrsg.) Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde (Hrsg.) (2007). Pfälzisches Burgenlexikon. Band 1. (Beiträge zur pfälzischen Geschichte 12,4,2.) S. 169-178, Kaiserslautern.
  • Lehmann, Johann G. (1866). Urkundliche Geschichte der Burgen und Bergschlösser in den ehemaligen Gauen, Grafschaften und Herrschaften der bayerischen Pfalz. Ein Beitrag zur gründlichen Vaterlands-Kunde. Band 5. S. 34-46, Kaiserslautern.
  • Pfälzische Kreisgesellschaft des bayerischen Architecten- und Ingenieur-Vereins (1884). Die Baudenkmale in der Pfalz. Band 1. S. 56-61, Ludwigshafen am Rhein.
  • Widder, Johann G. (1788). Versuch einer vollständigen Geographisch-Historischen Beschreibung der Kurfürstlichen Pfalz am Rheine. Teil 4. S. 290-299, Frankfurt am Main/Leipzig.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 35“ 23′ N, 7° 36“ 3′ O

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    Beginn 1160/1170, Ende nach 1504

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