Burg Neu-Dahn bei Dahn

Alternative Bezeichnungen: Burg Neudahn

Die Burgruine Neu-Dahn wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet und liegt im Nordwesten von Dahn. Knapp zwei Kilometer südöstlich befindet sich die Burgengruppe Altdahn, Grafendahn und Tanstein. Die Burg Neu-Dahn liegt auf der Spornkuppe eines nördlichen Ausläufers des Kauertberges. Der Fuß des Berges wird auf der südwestlichen Seite von der Moosalbe umflossen, die in die nördlich des Bergausläufers fließende Wieslauter mündet.

Die Burg Neu-Dahn ist heute eine der am besten erhaltenen Burgen in der südlichen Pfalz und ein beliebtes Ausflugsziel.

Geschichte

Keine der insgesamt vier Dahner Burgen kann nachweislich exakt datiert werden. Sicher ist, dass bereits nach 1233 die gesamte Erbschaft der Dahner Herren in Folge einer Schenkung Lehen des Bistums Speyer wurde.

Die Burg Neu-Dahn wird zum ersten Mal 1285 unter dem Begriff „Than die burg“ erwähnt. Die Bezeichnung Neu-Dahn wird erstmals 1340 verwendet. Tatsächlich erbaut wurde die Burg Neu-Dahn wahrscheinlich zu Lebzeiten Wolfram I (belegt zwischen 1259-1274) oder seines Sohnes Wolfram II. (belegt zwischen 1270-1285). Zur Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung Neu-Dahns existierte bereits eine Burg auf dem Schlossberg südöstlich von Dahn. Erst im Jahr 1327 wurden die Dahner Burgen mit unterschiedlichen Namen aufgeführt. Bis dahin waren sie alle unter dem Begriff Burg Than genannt.

Wahrscheinlich wurde die Burg im Frühjahr 1406 bei kriegerischen Auseinandersetzungen beschädigt und dann wieder aufgebaut. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden umfangreiche Ausbaumaßnahmen vom Kriegsherren Christoph von Dahn vorgenommen. Die Burg wurde mit Elementen der Spätgotik und der Renaissance ausgestattet. Sie war zu dieser Zeit so bedeutsam, dass im Jahr 1552 der französische König Heinrich II. (1519-1559), der sich auf dem Weg von Weißenburg durch das Lautertal befand, dort nächtigte.

Die Burg blieb bis zum Erlöschen des Adelsgeschlechts von Dahn im Jahr 1603 in Familienbesitz. Danach diente das verfallene Lehen als Sitz eines Speyerischen Amtmanns.

Die Burg überstand unbeschadet den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), wurde dann aber im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) im Jahr 1689 zerstört. Die Ruine wurde danach nicht wieder aufgebaut.

In den Jahren 1976 und 1983 wurde die Burgruine umfassend saniert und teilweise wieder aufgemauert. Die eingestürzten Gewölbe der Batterietürme wurden wiederhergestellt und neue Treppenaufgänge geschaffen. Außerdem wurde der Treppenturm auf der Nordseite wieder aufgemauert. Im äußeren Bering der Burg fanden weitere Aufmauerungen und Freilegungen statt.

Baubeschreibung

Die Burg Neu-Dahn ist eine Höhenburg, deren unregelmäßiger Grundriss mit einem spornartigen Fortsatz in Richtung Osten der Geländeform angepasst ist.

Die Burg Neu-Dahn besteht aus einer Kernburg (entspricht einer „Oberburg“) und einem weitläufigen Bering mit zwei Flankierungstürmen (entspricht einer „Unterburg“) auf der Nord- und Südseite der Burg. Die Kernburg liegt auf einem knapp 20 Meter hohen Sandsteinfelsen und weist Mauerreste aus Buckelquadern aus dem 13. Jahrhundert auf. Es ist weder eine ehemalige Raumaufteilung noch eine Zweckbestimmung der Räume erkennbar. Lediglich an der Südwestecke sind etwa eineinhalb Geschosse eines Palas mit Fensteröffnungen erhalten. Der Bering umschloss die Kernburg zur Süd-, West- und Nordseite.

Die beiden Flankierungstürme wurden ab 1540 durch einen Ravelin, das heißt durch einen keilförmigen Schutzwall, ersetzt. Der Ravelin befindet sich als Fortsetzung des Burgberges im Osten vor der Kernburg auf mittlerem Niveau. Seine Spitze ist nach Osten gegen die Angriffsseite gerichtet und ist mit drei Geschützscharten versehen. Der untere Bereich des dahinter liegenden Bollwerks besteht aus glatten Mauerteilen, der obere Bereich aus kleinen Buckelquadern mit Zangenlöchern. Man kann bei dem Schutzwall nicht von einer Bastion sprechen, da diese erst seit dem letzten Viertel des 16. Jahrhunderts üblich waren. Es handelt sich bei der Neu-Dahner Wehranlage eher um eine Kombination aus Ravelin, Schalenturm und Schildmauer.

Die beiden mächtigen Batterietürme, die von Christoph von Dahn um 1530 angelegt worden waren entsprechen eher einer Imponierarchitektur, als einem verteidigungstechnisch sinnvollen Bau. Beide Türme sind etwa 25 Meter hoch. Der östlichere, in diesem Fall der zur Angriffsseite gerichtete, hat einen Außendurchmesser von 10,40 Metern. Der westlichere Turm hat einen Außendurchmesser von 7,20 Metern. Die beiden Türme waren über ein Zwischenstück mit vier Etagen miteinander verbunden. Die beiden unteren Turmgeschosse weisen Tonnengewölbe auf und das obere ein Kreuzgratgewölbe. Die Türme wurden direkt an den Felsen angebaut und waren nur über eine Wendeltreppe von der Kernburg zugänglich. Das Mauerwerk besteht aus einem glatten Steinverband. Von den vier Etagen dienten drei als Geschützstellungen mit Brillenscharten. Die Schießscharten waren allerdings dürftig ausgerichtet. Manche zielten sogar ins Leere. Eine Besonderheit ist eine Scharte mit einer gesichtsförmigen Umrahmung mit offenem Maul.

Nachdem im Jahr 1406 mit dem Wiederaufbau der Burg begonnen worden war, wurde an der Nordseite Burgfelsens ein Wohngebäude ergänzt. Die westliche Außenwand mit einigen Fensteröffnungen und einem Tor sind teilweise erhalten. An der Westseite des Felsens führte ein Treppenturm zur Kernburg hinauf. Ebenfalls an der Westseite des Felsens lag eine Zisterne. Spuren von Wasserleitungen sind am Felsen erkennbar. Innerhalb des unteren Berings ist außerdem ein runder Brunnenschacht zu finden.

Die Burg Neu-Dahn steht heute unter Denkmalschutz

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Burg Neu-Dahn liegt nordwestlich von Dahn und westlich der Landstraße 427 in Richtung Hinterweidenthal. Sie ist zu Fuß von mehreren Parkplätzen erreichbar und von dort ausgeschildert. Unterhalb der Burg liegt der Neu-Dahner Weiher sowie der Neu-Dahner Camping Platz.

Literaturverzeichnis

  • Keddigkeit, J., Ulrich, B. und R. Übel (2005). Pfälzisches Burgenlexikon Band 3. Institut für pfälzische Geschichte (Hrsg.). Kaiserslautern.
  • Herrmann, W. (2015). Auf rotem Fels: Ein Führer zu den schönsten Burgen der Pfalz und des elsässischen Wasgau. Karslruhe.
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2017). Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreisfreie Stadt Kaiserslautern (Denkmalverzeichnis Kreisfreie Stadt Kaiserslautern, 03. April 2017). Koblenz.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 9“ 47′ N, 7° 45“ 26′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
vor 1285

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