Burgruine Neu-Wolfstein in Wolfstein

Die Burg Neu-Wolfstein befindet sich am westlichen Stadtrand Wolfsteins in Spornlage auf einem Ausläufer des Königsbergs. Über die Errichtung der Burg ist nicht viel bekannt, erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im Jahr 1324 als „Hus zu Wolvestein“. Im Jahr 1713 wurde die Burg während des Spanischen Erbfolgekriegs zerstört und danach als Steinbruch genutzt. Innerhalb der erhaltenen Ringmauer liegt heute ein Kriegsdenkmal; die Burgruine selbst ist ein eingetragenes Kulturdenkmal.

Geschichte

Die Burg Neu-Wolfstein befindet sich in Spornlage an einem 238 Meter hohen östlichen Ausläufer des Königsberges am westlichen Rand des Stadtgebietes von Wolfstein. Das genaue Datum der Erbauung der Burg Neu-Wolfstein ist nicht bekannt, lediglich die Gründung der Stadt Wolfstein bei der Burg Alt-Wolfstein durch König Rudolf von Habsburg im Jahr 1275. Es ist jedoch nicht geklärt, ob die Burg gemeinsam mit der Stadt gegründet wurde oder erst später. Der erste urkundliche Namensbeleg findet sich aus dem Jahr 1324, nachdem die Stadt Wolfstein bereits im Jahr 1312 an die Grafen von Sponheim verpfändet worden war, zu diesem Zeitpunkt bestand die Burg jedoch bereits. Zudem besteht das Problem der genauen Zuordnung, da weiterhin keine Wolfsteiner Burg mit dem Namenszusatz „Neu“ oder „Alt“ urkundlich belegt ist. Erst ab dem Jahr 1328 wird durch den Ritter Andreas vom Oberstein als Burgmann der Name „Neu-Wolfstein“ erwähnt. Als im Jahr 1357 der Besitz an die Kurpfalz überging, wurden die Wohngebäude der Burg im Jahr 1609 schließlich erneuert. Ende des Jahrhunderts, im Jahr 1688, wurde die Burg durch französische Soldaten zerstört, blieb aber bis ins Jahr 1801 im Besitz des kurpfälzischen Oberamtes Lautern. Im Jahr 1695 wurde Neu-Wolfstein wieder aufgebaut und diente bis 1713 als Kaserne für kurpfälzische Soldaten. Im Jahr 1713 wurde Neu-Wolfstein während des Spanischen Erbfolgekrieges endgültig zerstört. Ab 1689 nutzen die Katholiken Wolfsteins die demolierte Anlage der Burg als katholische Pfarrkirche und als Pfarrhaus bis ins Jahr 1798. Im Jahr 1798 wurde die Burg dann von den französischen Machthabern als Nationalgut eingezogen, jedoch 1804 an die katholische Gemeinde zurückgegeben. Bis 1881 blieb die Burg dann im Besitz der katholischen Gemeinde, fiel anschließend an das Königreich Bayern und wurde als Steinbruch genutzt. Seit dem Jahr 1963 untersteht die Ruine der rheinland-pfälzischen Schlösserverwaltung. Die Ruine dient heute auch als Kriegsgedenkstätte.

Baubeschreibung

Die Burg Neu-Wolfstein befindet sich am westlichen Stadtrand Wolfsteins in Spornlage auf einem Ausläufer des Königsbergs. Während über das Aussehen der frühen Burganlage kaum etwas bekannt ist, kann das 17. bis 19. Jahrhundert aufgrund überlieferter Abbildungen gut rekonstruiert werden. Durch zahlreiche Zerstörungen und insbesondere durch den Abbruch im 19. und den Umbau im 20. Jahrhundert ist von der Burg heute nicht mehr viel erhalten.

Im Wesentlichen besteht die Anlage aus einem fast rechteckigen Areal, das von mehreren Außenmauern aus Bruchsteinen begrenzt wird, welche schon häufig ausgebessert und aufgemauert wurden. Die heutige Westmauer kann heute als Rest einer Schildmauer gedeutet werden. Die heute noch erhaltene Südwestmauer erreicht auf ihrer Außenseite eine Höhe von etwa 15 Metern. An die Beringung lehnte sich die ursprüngliche Randhausbebauung mit engem Binnenhof an. Einige Fundamente eines langgezogenen, schmalen und dreigegliederten Baukörpers sind teilweise nachvollziehbar, während einige Konsolsteine innerhalb der Südmauer die ehemalige Decke des Untergeschosses andeuten könnten. Das Gelände beherbergt seit den 1930er Jahren ein Kriegsdenkmal für die im Ersten und Zweiten Weltkrieg Gefallenen.

Die Ruine ist ein eingetragenes Kulturdenkmal im „Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreis Kusel“ der Generaldirektion Kulturelles Erbe.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Burg Neu-Wolfstein liegt oberhalb der Stadt Wolfstein auf dem Königsberg und ist ganzjährig frei zugänglich. Von der Ruine bietet sich ein schöner Blick über die Stadt Wolfstein, den Weinberg sowie zur benachbarten Burg Alt-Wolfstein. Die Anlage ist von mehreren Parkmöglichkeiten in der Innenstadt Wolfsteins ist in etwa 10 Minuten fußläufig zu erreichen. In der näheren Umgebung befindet sich auch der Bahnhof Wolfsteins, von welchem aus die Burg in 15 Minuten zu Fuß erreichbar ist.

Literaturverzeichnis

  • Keddigkeit, Jürgen; Burkhart, Ulrich; Übel, Rolf (Hrsg.) Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde (Hrsg.) (2005). Pfälzisches Burgenlexikon Band 3 Kaiserslautern.
  • Landesamt für Denkmalpfelge (1991). Staatliche Burgen, Schlösser und Altertümer in Rheinland-Pfalz Mainz.
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe (2019). Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Kreis Kusel Mainz.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Lage:
    Koordinaten:

    49° 35“ 8′ N, 7° 36“ 16′ O

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    vor 1328

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