Burgruine Falkenstein in Falkenstein

Die Burg Falkenstein erhebt sich auf einem Rhyolithfelsen westlich des gleichnamigen Ortes und wurde wahrscheinlich vor dem Jahr 1135 erbaut. Der heutige Eindruck der Burg wird geprägt durch die noch erhaltenen Außenmauern des ehemaligen Palas sowie die Ringmauer der Burg. Durch ihre Hanglage bietet die Burg Falkenstein einen guten Ausblick über den Pfälzer Wald. Besonders erwähnenswert ist ein nachträglich – in den 1970er Jahren – entdecktes Kellergewölbe, das auf einem Felsen ruht und durch einen Gewölbegang erreichbar ist.

Geschichte

Für die Burg Falkenstein existieren nur wenige Belege für das Mittelalter, weshalb ihre genaue Bebauungszeit unbekannt ist und nur auf die Zeit vor dem Jahr 1135 eingegrenzt werden kann. 1135 erfolgte eine erste Nennung von Sigbold von Falkenstein mit seinen beiden Brüdern Hunfried und Heinrich, deren Name aber nicht nachweislich von der Burg Falkenstein stammt. Hunfried testierte im Jahr 1166 als Reichstruchsess für Kaiser Friedrich I. Barbarossa, er war also für die Hofhaltung im Allgemeinen, aber insbesondere für die kaiserliche Tafel Barbarossas zuständig. Nach dem Aussterben der Falkensteiner nach 1202, ging das Reichstruchsessenamt, ebenso wie die Burg Falkenstein, aufgrund einer zuvor geschehenen Hochzeit in die Hände der Familie von Bolanden über. Als sich im Jahr 1233 einer der Söhne von Philipp III. von Bolanden „von Falkenstein“ betitelte, wurde das ausgestorbene Falkensteiner Geschlecht wiederbelebt. Doch für all diese Vorgänge kann bis heute nicht mit Sicherheit bestätigt werden, dass eine konkrete Bezugnahme auf Burg Falkenstein erfolgte. In den folgenden beiden Jahrhunderten wechselte die Burg Falkenstein häufig die Besitzer, bis sie im Jahr 1458 schließlich von Kaiser Friedrich III. an das Herzogtum Lothringen als Reichslehensträger und die Reichsgrafen von Daun-Oberstein und Epigonen als Afterlehensträger verliehen wurde. Diese Konstellation hatte für mehr als zwei Jahrhunderte Bestand. Nachdem die Burg während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) zum Streitgegenstand aufgrund einer umstrittenen Erbberechtigung wurde, wurde sie im Jahr 1644 von französischen Truppen besetzt und ausgeraubt, jedoch einige Monate später zurückerobert. Auch der im Osnabrücker Friedensvertrag gefällte Urteilsspruch zur Erbberechtigung, konnte die Situation nicht eindeutig aufklären, sodass die Burg im Jahr 1654 erneut – dieses Mal durch den Amtmann von Wilhelm Wirich von Daun-Falkenstein-Bruch – besetzt wurde. Der Rechtsstreit über die Erbberechtigung konnte erst im Jahr 1731 beendet werden, als die Burg Falkenstein dem lothringischen Herzog Franz Stephan zugesprochen wurde. Wann Burg Falkenstein zerstört wurde, lässt sich heute nicht genau sagen. In der Literatur wird jedoch davon ausgegangen, dass die Burg in der Zeit nach dem 26. September 1668 durch pfälzische Truppen zerstört wurde.

Baubeschreibung

Die Ruine Falkenstein erhebt sich auf einem steilen Rhyolithfelsen westlich des gleichnamigen Dorfes. Anhand der topographischen Gegebenheiten lassen sich die einzelnen Bau- und Umbauphasen zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert gut rekonstruieren. Die nach Süden ausgerichtete Burganlage wurde an der höchsten Stelle des Felsens von einem viereckigen, stauferzeitlichen Bergfried dominiert und im Felsen davor ist die heute noch erhaltene Zisterne zu verorten. Es ist davon auszugehen, dass auf dem Burgfelsen die erste, ältere Oberburg mit Bergfried, Wohn- und Wirtschaftsgebäuden sowie die im Jahr 1469 urkundlich erwähnte Kapelle sowie Gräben und Schildmauer mit dem Haupteingang und einer umfassenden Ringmauer entstanden.

Heute noch erhalten sind die sehr markanten Außenmauern des ehemaligen Palas, die daran anschließende Ringmauer und eine Ruinenwand, die von Fensteröffnungen durchbrochen ist und die von dem Burgfelsen, der früher den Bergfried trug, überragt wird. An der Nordseite sind heute noch die Schildmauer mit dem Haupteingang und der davorliegenden Ringmauer zu erkennen. Außerdem findet man eine Zisterne, Gewölbeansätze, einen in den Felsen geschlagenen Schacht sowie eine Bastion vor. Auch das ehemalige Knechthaus sowie die Reste eines Treppenturmes können besichtigt werden. Südlich des Palasgebäudes befindet sich außerdem der Rest eines kleinen runden Wachturmes, in welchem noch zwei Scharten sichtbar sind.

In den 1930er Jahren wurden bereits zahlreiche Instandsetzungsmaßnahmen vorgenommen, die den ursprünglich erhaltenen Bestand veränderten. Ende der 1970er Jahre wurden erneut Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, die ein bislang unentdecktes Kellergewölbe zutage förderten. In den Jahren 1991/92 wurde in den nördlichen Halsgraben schließlich ein Freilichttheater eingebaut.

Die Burgruine Falkenstein ist heute eine eingetragene Denkmalzone in dem „Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Donnersbergkreis“ der Generaldirektion Kulturelles Erbe.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Falkenstein ist eine Ortsgemeinde im Donnersbergkreis und gehört der Verbandsgemeinde Winnweiler an. Die Burganlage befindet sich oberhalb der Gemeinde Falkenstein und ist ganzjährig frei zugänglich. Es kann direkt an der Burg geparkt werden. Die Burgruine bietet seinen schönen Blick über Gemeinde und den Pfälzer Wald.

Literaturverzeichnis

  • Keddigkeit, Jürgen; Burkhart, Ulrich; Übel, Rolf (Hrsg.) Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde (Hrsg.) (2005). Pfälzisches Burgenlexikon Band 3 Kaiserslautern.
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe (2018). Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Donnersbergkreis Mainz.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 36“ 33′ N, 7° 52“ 26′ O

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    vor 1135

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